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06/11/2021

Wie liest man eine Wanderkarte richtig?

Das Lesen von Wanderkarten will gelernt sein. Diese 5 Tipps sorgen für bessere Orientierung bei der nächsten Wanderung.

von Stefanie Blauensteiner

Digitalisierung hin oder her – auch heutzutage ist das Lesen von Wanderkarten eine wichtige Fertigkeit, die Wanderbegeisterte beherrschen sollten. Mit diesen fünf praktischen Tipps, sind Sie auch in unvorhergesehenen Situationen bestens gerüstet.

1. Die richtige Karte wählen

Jede Unternehmung muss auf spezielle Wünsche und  Bedürfnisse angepasst werden. Für jede Aktivität gibt es deshalb auch unterschiedliche Karten. Während bei einem Stadtplan Sehenswürdigkeiten und das öffentliche Verkehrsnetz im Mittelpunkt stehen, werden beim Wandern topographische Karten benötigt. Denn diese geben Auskunft und Information über die natürlichen Begebenheiten der Region. Im Vordergrund stehen bei Wanderkarten Entfernungen, Steigungen oder die Wegbeschaffenheit.

Lust auf Österreich_Die richtige Wanderkarte

2. Orientierung im Gelände

Sofern nicht anders ausgewiesen, ist Norden auf einer Karte immer oben und Süden immer unten. Im Gelände kann man die Himmelsrichtung nach dem Stand der Sonne bestimmen: Sonnenaufgang im Osten, zu Mittag im Süden, Sonnenuntergang im Westen. Doch auch Besonderheiten der Region wie Straßen, Brücken oder Flüsse, können bei der Bestimmung der Himmelsrichtung helfen.

Die bequemste Lösung für Wanderbegeisterte ist es jedoch, einen Kompass zur Hand zu nehmen. Mit diesem muss man sich so lange drehen, bis die Karte nach Norden zeigt. Danach kann man dann auch die Karte richtig ausrichten.

Lust auf Österreich_Wanderkarte_Kompass

Den eigenen Standort kann man am besten bestimmen, indem man markante Punkten wie Kirchtürme oder Straßenkreuzungen in der Umgebung sucht und sich an diesen orientiert. Ist der Standort erst einmal bestimmt, hilft der sogenannte Daumengriff, um die Orientierung zu halten. Dabei hält man die Karte mithilfe des Daumens an dem Punkt, an dem man sich gerade befindet.

3. Legenden lesen

Jede Karte hat ihre eigenen Besonderheiten. Um genau festzustellen, was wie genau dargestellt wird, sollte man einen Blick auf die Legenede werfen. Hier werden die  punkt-, linien- und flächenhaften Kartenelemente erklärt, die in der Karte sozusagen als Kürzel verwendet werden.

Punkthafte Elemente:

  • Sehenswürdigkeiten
  • Bäume

Linienhafte Elemente:

  • Flüsse
  • Wanderwege
  • Straßen
  • Grenzen

Flächenhafte Elemente:

  • Wälder
  • Verbauungen
  • Seen

Die richtige Interpreation der Elemente hilft maßgeblich dabei, sich im Gelände richtig zu orientieren.

4. Entfernungen ermitteln

Gerade bei einer ausgedehnten Wanderung, spielen die Entfernung und die Länge eine tragende Rolle. Die Gesamtlänge lässt sich am leichtesten mittels eines Fadens messen. Wie das funktioniert? Hier kommt der Maßstab ins Spiel: bei Maßstab von beispielsweise 50.000 entspricht 1 cm auf der Karte 500 m.
Sobald man mit dem Maßstab vertraut ist, kann man den Weg auf der Karte einfach nachlegen und die Länge des Fadens messen. Es ist demnach eine einfache Möglichkeit, die Entfernung und Länge auf der Karte zu ermitteln.

Lust auf Österreich_Länge und Enfernung_Karte

5. Höhenlinien, Höhendifferenzen und Steigungen

Da Höhendifferenzen, Abstiege und Steigungen die Gehzeit erheblich beeinflussen können, sollten diese ebenso beim Lesen der Karten berücksichtigt werden. Die Höhenlinien auf der Karte geben darüber Auskunft, wie viele Höhenmeter Sie erwarten. Je näher diese zusammenliegen, desto steiler ist das Gelände. Für die genaue Berechnung, haben sich Alpenvereine auf eine Formel geeinigt.

Die DIN-Norm geht davon aus, dass Wanderer in der Stunde im Schnitt 300 m im Anstieg, 500 m im Abstieg und etwa 4 km Horizontaldifferenz zurücklegen. Der kleinere Wert aus der Rechnung der vertikalen Strecken wird dann jeweils halbiert und mit den anderen beiden addiert.
Eine Streckenlänge von 10 km bei einem Aufstieg von 1200 hm berechnet man beispielsweise so:

  • 1200 hm Aufstieg = 4 h (1200 hm geteilt durch 300 hm/h)
  • 10 km Streckenlänge = 2,5 h (10 km geteilt durch 4 km/h)
  • Kleineren Wert (hier 2,5 h) halbieren = 1,25 h und zum größeren hinzuaddieren: 1,25+4 h = 5,25 h

Die reine Gehzeit beträgt somit 5 1/4 Stunden.

Mit der Berücksichtigung dieser  fünf Tipps, wird das Lesen von Wanderkarten zum Kinderspiel.

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