Carinthian Reindling Gugelhupf Cake

© Getty Images/iStockphoto / A_Lein/IStockphoto.com

Kulinarik

Der Gugelhupf – formvollendeter Klassiker der Kaffeejause

Anlässlich des Tag des Gugelhupfes am 15. November haben wir Wissenswertes rund um den Backklassiker recherchiert.

10/24/2022, 02:58 PM

In fast jedem Haushalt findet sich die klassische Gugelhupf-Form und spätestens am Tag des Gugelhupfs (engl. National Bundt Cake Day) sollte sie befüllt werden. Der US-amerikanischen Haushaltswarenhersteller Nordic Ware (vollständiger Name: Northland Aluminum Products, Inc) hat in Kooperation mit dem Webportal nationaldaycalendar.com im Jahr 2014 den Tag des Gugelhupfs ins Leben gerufen. Das Unternehmen ist in den USA primär für seine Gugelhupf-Backformen (engl. Bundt Cake Pan) bekannt und jährlich werden angeblich über 60 Millionen Backformen verkauft. Anlässlich des 60. Jubiläums macht also ein kurioser Feiertag zu Ehren des Gugelhupfs durchaus Sinn und wird er am 15. November gefeiert.

Wobei: Gugelhupf schmeckt immer! Und es gibt genug Variationen, dass einem davon nicht langweilig wird. Allein 50 Gugelhupf Ideen finden sich im neuen Buch von Yvonne Bauer: Gugelhupf – Backen für die Seele. Doch woher kommt der formvollendete Klassiker eigentlich?

Franz Maier-Bruck beschreibt in Das Große Sacherbuch (Wiener Verlag, 1975, S. 528, 543 -545) den „Gugelhupf (süddeutsch / österreichisch: Guglhupf; schweizerisch: Gugelhopf; im Elsass: Kougelhopf oder Kouglof) als einen Napfkuchen aus Rührmasse, Biskuitmasse oder Hefeteig, oft marmoriert oder mit Rosinen.

Der erste Wortteil leitet sich vermutlich von Gugel ab, weil die Backform dem Kopftuch (Gugel) gleicht, das Bäuerinnen früher um den Kopf banden, so Franz Maier-Bruck. Der zweite Wortteil leitet sich von Schopf ab, was als Begriff für Haupt und Haube steht. In Schriften ab dem 17. Jahrhundert findet sich ein Kopfputz für Frauen namens Gogelhopf. Andere sehen einen Bezug zu Hepfen, einem bayerischen Ausdruck für Hefe (Germ), eine eindeutige Herkunft ist nicht nachweisbar

ring cake with icing sugar, top view

Bekannt ist der Gugelhupf vor allem in Österreich und den Nachfolgestaaten der österreichisch-ungarischen Monarchie. Er wird heute in einer typischen, hohen Kranzform aus Metall, Keramik, Glas oder Silikon mit dem typischen „Schornstein“ in der Mitte gebacken, wodurch der Teig gleichmäßig garen kann. Früher wurde wohl ein rundlicher Napf oder kleiner Kessel verwendet. Gugelhupf ist somit die Bezeichnung für seine charakteristische Form und weniger für die Art des Teiges, der zubereitet wird. Beim Marmor-Gugelhupf, wo ein heller und dunkler Rührteig (mit Kakao eingefärbt) kombiniert werden, ist eine sehr beliebte Variante zur Wiener Kaffeejause. Manchmal wird der Gugelhupf auch mit Kuvertüre überzogen. Für einen Gugelhupf aus Germteig wird ein fließend weicher, eireicher Teig hergestellt (nicht knetbar) mit Rosinen und gestiftelten Mandeln vermischt und in der typischen Backform gebacken. Serviert wird der Gugelhupf mit Staubzucker bestreut.

In der Biedermeierzeit wurde der Gugelhupf im Bürgertum populär und galt geradezu als Statussymbol.

Je nach Region, festlichem Anlass und wirtschaftlichem Vermögen wurde der Gugelhupf aus Hefe-, Rühr- oder Biskuitteig entweder recht einfach oder mit aufwendigen Zutaten bereitet, also viel Butter, Mandeln, Zitrone oder Rosinen, und mit Schokolade überzogen oder auch mit Puderzucker bestäub

Irene Krauß in der "Chronik bildschöner Backwerke" (S. 90)

Gugelhupf Varianten

In der traditionellen Kärntner und slowenischen Küche kommt ein Germteig in die Form – der Reindling. In Frankreich ist der Gugelhupf als rum­getränkter "Baba au rhum" bekannt.
Ebenfalls in Frankreich wird der Savarin ohne Trockenfrüchte gebacken und dann mit frischen Früchten belegt.

In Mittelfranken im Raum Nürnberg und Roth heißt der Guglhupf traditionell „Schatt

Ob Gugelhupf, Kugelhupf oder Napfkuchen – beliebt ist er immer. Hier eine etwas außergewöhnliche Variante mit dem wertvollen „grünen Gold“ – dem Kürbiskernöl, verfeinert mit Kürbiskernen. Der ursprünglich "Arme-Leute-Kuchen" ist in dieser Variante ein besonderer Genuss.

10-12 Portionen

Zutaten;

  • 6 Eier
  • 50 g Staubzucker
  • 200 g Butter
  • 1 TL Vanillezucker
  • 150 g Zucker
  • 100 ml Kürbiskernöl
  • 100 g Kürbiskerne
  • 1 Prise Kardamompulver,
  • 1 Prise Salz
  • 1 EL Backpulver
  • 300 g Dinkelmehl
  • Geriebene Schale von einer Zitrone oder Orange

Zubereitung:

  1. Den Backofen auf 170 Grad vorheizen. Kürbiskerne grob hacken.
  2. Eine Gugelhupf-Form mit etwas Butter einfetten und mit Mehl bestäuben.
  3. Die Eier trennen.
  4. Eiklar mit Staubzucker zu festem Schnee aufschlagen.
  5. Eidotter mit weicher Butter, Vanillezucker, Zucker, Kardamom, Salz und Zitronenschale schaumig rühren.
  6. Nach und nach langsam das Kürbiskernöl zugeben. Mehl und Backpulver mit den Kürbiskernen vermischen und mit dem Eischnee zur Kürbiskernölmasse geben.
  7. Alles gut verrühren und in die vorbereitete Gugelhupf-Form füllen. Den Gugelhupf bei 170 Grad für 45 – 50 Minuten backen.
  8. Auskühlen lassen, dann stürzen und mit Staubzucker bestreut servieren.

Film-Tipp und weitere Rezepte:

https://www.3sat.de/kultur/esskulturen/der-gugelhupf-koenig-der-kuchen-100.html

Der Gugelhupf – König der Kuchen. Dokumentarfilm, Österreich, 2019

Buch-Tipp: Gugelhupf  - Backen für die Seele von Yvonne Bauer

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