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08/26/2021

Japanische Weinbeere: Österreichs seltene Himbeere

Die Japanische Wienbeere ist in Österreich fast unbekannt. Sie eignet sich perfekt zum Verarbeiten und Verzieren.

von Stefan Hofer

Die Beere kommt aus Asien. Sie vermehrt sich rasant. Und ihr süß-säuerlicher Geschmack macht süchtig: Anfang der 1990er-Jahre pflanzten meine Eltern in ihrem Garten die Japanische Weinbeere. Sie mutierte rasch zum familiären Liebling unter den Beerenfrüchten und fand sich als Deko auf unzähligen Sommertorten wieder – sofern sie zuvor nicht frisch gepflückt im Kindermund verschwand.

Überraschend: Kaum jemand  in Österreich kennt  die vitaminreiche Frucht. „Eine absolute Rarität“, bestätigt Georg Kamptner vom Beerengarten Fuxengut in Garsten. Dabei sei es eine „super Frucht“ – übrigens Wildobst, keine Züchtung. Ein Vorteil  (gegenüber Himbeeren): „Wenn man Japanische Weinbeeren einfriert, schauen sie nach dem Auftauen aus wie frisch gepflückt.“ Ideal zum Verzieren.

19. Jahrhundert: Wie der Name verrät, stammt die Beere  aus Fernost. In Japan, China und Korea beheimatet, kommt sie in den 1870er-Jahren über Frankreich nach Europa 

1- 3 Meter hoch wächst der Strauch der Japanischen Weinbeere, die zur Familie der Rosengewächse gehört. Ihr wissenschaftlicher Name lautet Rubus phoenicolasius

6,5 bis 7,5: In diesem Rahmen sollte der pH-Wert der Erde liegen. Ein lockerer, humusreicher Boden ist gut geeignet. Die Sträucher sollte man an Stützen hochbinden. Nach der Erntezeit werden die alten Triebe bodennah geschnitten

Nur wenige Wochen im Juli und August ist Saison. „Die Früchte sind sehr gut, süßlich und klebrig“, sagt Katharina Schödl-Hummel vom Biobeerengarten Hummel in Loosdorf, die sie für den Eigengebrauch anbauen. Was muss man als Hobbygärtner beachten? „Im Winter die abgeernteten Triebe bodennah schneiden und das Gestrüpp auslichten.“ Die Früchte sind kleiner als Himbeeren, dadurch sei die Ernte aufwendiger – und  wegen der stacheligen Pflanze mühsam. „Ich trage deshalb Handschuhe, die bis zu den Ellbogen reichen“, so Schödl-Hummel.

In gut sortierten Gartencentern gibt’s die schnell wachsende Pflanze um zehn Euro (bio vierzehn Euro). Sie wird während einer frostfreien Zeit zwischen Oktober und April gepflanzt, man sollte sie an Rankhilfen hochbinden. 

Oder ganz einfach auf das Tortenfoto der Mama warten, die so zum Heimatbesuch lockt.

Zubereitung: 60 min
Backzeit: 30–40 min
Portionen: 12

Biskuitteig:

  • 6  Eier
  • 175 g Zucker
  • 1 Pkg. Vanillezucker
  • 1 Prise Salz
  • 120 g Mehl
  • 80 g Speisestärke
  • 1 TL Backpulver optional

Joghurt-Obers-Fülle

  • 250 ml Obers
  • 500 ml Naturjoghurt
  • 1 Pkg. Vanillezucker
  • Saft einer halben Zitrone
  • 8 Blatt Gelatine
  • 60 bis 100 g Staubzucker je nach Süße
  • Marmelade etwa Jap. Weinbeere, zum Bestreichen zirka 300 g Japanische Weinbeeren

Zubereitung:

  1. Eier trennen, die Dotter mit Zucker und Vanillezucker schaumig schlagen Biskuitteig Joghurt-Obers-Fülle
  2. Eiweiß mit einer Prise Salz zu Schnee schlagen;  Mehl, Speisestärke und eventuell Backpulver durch ein Sieb vorsichtig unter die Dottermasse heben
  3. In einer gebutterten Tortenform (hier Herzform) dreißig bis vierzig Minuten bei 180 Grad backen
  4. Auskühlen lassen
  5. Für die Fülle Obers steif schlagen; Joghurt, Vanille- und Staubzucker mixen
  6. Gelatineblätter in kaltes Wasser geben, zirka fünf Minuten ziehen lassen.  Blätter herausnehmen, ausdrücken und in Zitronensaft auf kleiner Flamme schmelzen; dann rasch unter die Joghurtmasse rühren; geschlagenes Obers unterheben
  7. Torte in der Mitte quer durchschneiden; den unteren Teil  in die Tortenform geben, mit der Fülle bestreichen und den zweiten Teil der Torte darauflegen
  8. Mindestens drei Stunden beziehungsweise über Nacht kalt stellen
  9. Tortenoberfläche mit Marmelade bestreichen, die Japanischen Weinbeeren darauf gleichmäßig verteilen
  10. Je nach Vorliebe mit Tortengelee (siehe Packungsanleitung) überziehen und nochmals kalt stellen. Genießen!

 

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