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07/14/2021

Was Sie beim Pflücken von Zirbenzapfen beachten müssen

Haben Sie schon einmal Zirbenzapfen gepflückt? Diese Regeln und Tipps sollten Sie beachten.

von Anita Kattinger

Die reifen Zapfen sind innen weich und außen leicht klebrig vom frischen Harz – sie lassen sich erstaunlich leicht mit einem Küchenmesser durchschneiden. Sein tiefes Rot verdankt der Zirbenschnaps den noch nicht verholzten Zapfen.

Zurückbleibt von der "Königin der Alpen" ein würziger Geschmack am Gaumen. Zu Beginn der heurigen Ernte-Saison lassen Berichte von dreisten Zapfen-Sammlern in Salzburg aufhorchen, die beim Pflücken das Kieferngewächs schädigen. Das Ergebnis: abgebrochene Wipfel und verletzte Baumrinden.

Die begehrten Zapfen sind nur alle sechs bis zehn Jahre reif – der Tannenhäher verbreitet die Samen und sorgt so für die Vermehrung. Aus diesem Grund steht die Zirbe, die bis zu 1.000 Jahre alt werden kann, unter besonderem Schutz. Ihre Verbreitungsgrenze reicht von 1.500 Höhenmetern in den Ostalpen bis auf 2.680 Metern in den Westalpen.

Pflücken verboten

Der KURIER fragte nach, worauf beim nachhaltigen Sammeln zu achten ist: "Zirben sind immer Teil eines Waldes und dort ist prinzipiell das Betreten erlaubt, aber keine Ernte von Früchten. Liegen jedoch Zirbenzapfen am Boden, dürfen diese gesammelt werden. Nicht erlaubt ist das Erklettern von Zirben samt dem Risiko der eigenen Verletzung oder von Schäden am Zirbenbaum", erklärt Christian Mokri vom Naturschutzbund.

Wer einen Bauernhof sieht, kann dort nachfragen, ob gepflückt werden darf. Oft haben Landwirte einen eignen Vorrat und es können Zirbenzapfen abgekauft werden.

Wie viele Zapfen dürfen selbst gesammelt werden? Regeln für das jeweilige Bundesland können in den Abteilungen für Naturschutz bei den Landesregierungen erfragt werden. So darf man zum Beispiel in Kärnten nur drei Zapfen pro Tag und Person der unter Naturschutz stehenden Zirbelkiefer (Pinus cembra) sammeln. In Kernzonen von Nationalparks ist das Sammeln eingeschränkt oder verboten.

Wilde Karotten

Das Sammeln von Früchten wie wilden Heidelbeeren und Wacholderbeeren ist für den Eigengebrauch meistens erlaubt. Angst vor giftigen Doppelgängern braucht man keine haben. Dort, wo Heidelbeeren wachsen, sind häufig Preiselbeeren zu finden.

Beim Wandern bietet sich auch das Sammeln von Wurzeln und Knollen an, aber auch hier müssen die je nach Bundesland geltenden Pflanzenschutzbestimmungen beachtet werden: "Enziane oder Arnika sind streng geschützt – andere Arten wie wilde Karotte oder Kren sind hingegen nicht geschützt."

Buchautor Artur Cisar-Erlach ("Der Geschmack von Holz", Piper Verlag) sammelt im Süden von Wien besonders gerne die Zapfen der Schwarzkiefer, die trotz ihres kleinen Verbreitungsgebietes als nicht gefährdet gilt: "Der Baum gilt als Gewinner im Klimawandel. Die Zapfen eignen sich für Schnaps oder Sirup, die Nadeln für ein Pesto. Für einen glatten Schnitt immer mit der Schere abschneiden und nie alle Zapfen eines Baumes pflücken."

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