© Franz Hauleitner

07/02/2021

Wandern in der Region Salzkammergut West

Wir stellen fünf Touren aus dem Rother Wanderführer „Salzkammergut West“ vor.

Das Salzkammergut zählt zu den schönsten Urlaubsgebieten Europas. Berge, Seen und Täler vereinen sich zu einer harmonischen Bilderbuchlandschaft, Ziele für Wanderer und Bergsteiger gibt es unzählig viele. Im Rother Wanderführer  „Salzkammergut West“ stellt Franz Hauleitner 62 abwechlungsreiche Wandertouren zwischen Salzburg und Bad Ischl vor.

Tour 1: Hoher Zinken, 1764, und Osterhorn: Auf den Namensgeber der Osterhorngruppe

Die weite Passlandschaft der Genneralm mit ihren den Sommer über bewirtschafteten Gaststätten ist ein wichtiger Ausgangspunkt für Touren in die zentrale Osterhorngruppe. Eine ihrer höchsten Erhebungen, der im Osten des Sattels aufragende Hohe Zinken, lässt sich von dort auf markierter Route leicht erreichen. Wem das zu wenig ist, der kann auch noch das entferntere Osterhorn, den Namensgeber der Gruppe, mitnehmen. Dass beide Höhen auch im Winter rege besucht werden, sei jenen verraten, die als Skitourengeher schon im Sommer nach lohnenden Zielen Ausschau halten.

  • Gehzeit: 6.45 h
  • Ausgangspunkt: Parkplatz Lämmerbach, 820 m, im inneren Lämmerbachgraben, am Ende der öffentlich befahrbaren Asphaltstraße, 3 km von Hintersee, 11.5 km von Faistenau. Buszufahrt von Faistenau bzw. Hintersee bis zum Wendeplatz 200 m nördlich des Parkplatzes.
  • Anforderungen: Einfache, aber lange Tour. Meist bez. Wege und Steige. Bei schlechter Sicht oder Nässe abzuraten. Übernachtung auf der Genneralm empfohlen.
  • Hinweis: Vom Parkplatz Lämmerbach kann mit eigenem Kfz auf steiler Naturstraße (Maut) bis zur Genneralm (begrenzter Parkraum) gefahren werden, 4 km; in Summe 2.45 Std. Zeitersparnis. Besonders mit Kindern empfiehlt es sich, die Tour erst hier zu beginnen.

Vom Parkplatz Lämmerbach (1) die steile Naturstraße durch Wald nach Süden hinauf zur Mautstelle (Schranke). Bald danach auf dem bez. „Steig auf die Genneralm“ (Weg Nr. 57, gelbe Tafeln), die in Kehren aufwärts führende Straße abkürzend, meist im Bergwald nach Süden bergauf, zuletzt über Wiesen wieder entlang der Straße zum Genneralm-Sattel (2), 1295 m (Straßenteilung, mehrere Gastbetriebe), zwischen Gennerhorn und Holzeck. Links den bezeichneten Fahrweg Nr. 840, an Poschenhütte und Leitenalm vorbei, quer durch die Südseite des Holzecks über Almweiden nach Osten aufwärts zu einer Schulter, 1320 m. Jenseits bei sanftem Gefälle bald halbrechts ab und auf Karrenweg in den Sattel (3), 1290 m (Verzweigungspunkt), vor dem Hohen Zinken. Auf dem querenden Fahrweg 30 m eben nach links zu einer Teilung.

Rechts den Karrenweg Nr. 840 über die steile bewaldete Westflanke des Hohen Zinken in Kehren hoch, später im lichter werdenden Wald weiter, zuletzt schräg nach links empor auf eine gegen die Gipfelregion ansteigende Steilwiese. Über sie in Kehren nach Südosten empor zu freier Schulter mit Prachtblick auf Tennengebirge und Berchtesgadener Alpen. In Ostrichtung weiter bergauf, dann durch einen schmalen Latschengürtel steiler empor zum Holzkreuz, 1761 m (Buch), und kurz weiter zum Gipfel des Hohen Zinkens (4), 1764 m. Großartige Schau auf Salzkammergutberge, Totes Gebirge, Dachstein, Gosaukamm (Bischofsmütze), Niedere Tauern, Tennengebirge und Berchtesgadener Alpen.

Auf bezeichnetem Steig über den breiten grasigen Ostrücken des Berges sanft abwärts, dann über felsdurchsetzte Wiesen etwas steiler hinunter in einen Sattel, 1715 m. Jenseits kurz bergauf zu einer Anhöhe, danach in der rechten Flanke (Südseite) des Rückens über Wiesen und durch Latschen in die tiefste Senke (5), 1690 m (Rechtsabzweigung von Weg Nr. 840), vor dem Osterhorn. Weiterhin knapp rechts des latschenbewachsenen Rückens vorerst sanft, dann steiler hinauf zum Gipfel des Osterhorns (6), 1746 m (Kruzifix mit Gipfelbuch).

Auf demselben Weg geht es zurück zum Genneralm-Sattel (2) und von dort hinunter zum Parkplatz Lämmerbach (1).

Reithütte, Poschenhütte und Hintere Hütte, alle auf der Genneralm

Am Gipfel des Hohen Zinken mit Blick gegen das Tennengebirge.

Das Dachsteinmassiv vom Gipfel des Hohen Zinkens.

Im Westanstieg auf das Osterhorn.

Kulmspitze, 1095 m: Auf den Hausberg der Mondseer

War den Besteigern der Kulmspitze infolge dichter Bewaldung bislang kein umfassendes Gipfelpanorama beschieden, so hat sich das 2020 mit der Errichtung eines 24 Meter hohen, aus Holz gefertigten Aussichtsturmes auf seinem Scheitel grundlegend geändert. Nun ist es wahrlich befreiend, wenn uns nach Stunden beschaulicher Waldeinsamkeit dort plötzlich die ganze Mondsee-Attersee-Landschaft wie ein aufgeschlagenes Buch zu Füßen liegt!

  • Gehzeit: 4.15 h
  • Ausgangspunkt: Marktplatz im Zentrum von Mondsee, 493 m, am Nordende des Mondsees. Teils kostenpflichtige Parkplätze im Ortsbereich, Bushalt.
  • Anforderungen: Einfache, aber lange Wanderung auf Straßen und bez. Wegen.
  • Einkehr: Restaurants und Gasthöfe in Mondsee. Unterwegs keine Einkehr.

Vom Marktplatz in Mondsee (1), 300 m durch die Herzog-Odilo-Straße zur Rechtsabzweigung der Straße nach Haslau. Auf ihr unter der Autobahn durch und gleich danach zu einer Teilung. Die Straße nach rechts (Südosten) aufwärts zu Linkskehre und dort die Stabauer Straße gerade fort zu den Häusern Seegruber (2). Nach ihnen links ab und auf Weg Nr. 5 durch Wald steil nach Nordosten empor zur Wegkreuzung am Radstatt-Sattel ((3), 992 m; Marienkapelle). Den breiten Weg Nr. 4 am „Radstattrücken“ über den P. 1034 m (4) hinweg in einen Sattel, 990 m, und jenseits auf den P. 1065 m (5) (Rundsicht). Den Waldrücken nach Südosten hinab in den Sattel ((6), 1025 m; Verzweigung) vor der Kulmspitze. Jenseits auf Weg Nr. 1 nach Osten hinauf zur nächsten Wegteilung (rechts zur „Schönen Aussicht“, 1050 m) und über den Rücken weiter auf die Kulmspitze (7), 1095 m (Bänke, Buch), mit 24m hoher, ganzjährig zugänglicher Aussichtswarte.

Zurück in den Sattel westlich des Gipfels. Den Weg Nr. 1 durch Wald steil nach links (Südwesten) hinab zu den Wiesen der „Stabauhöhe“ (8), 940 m. Am Waldrand nach rechts (Westen) abwärts nach Oberstabau, 900 m (Kruzifix am Baum, Bank). Auf Steigspuren quer über die Weiden in Westrichtung bergab zu einem Fahrweg und auf diesem zum Hof Oberstabau an der Stabauer Straße. Die Asphaltstraße in einer Schleife nach Südwesten abwärts und nach rechts auf den Wald zu. Noch vor diesem links ab und auf dem Fußweg Nr. 1 hinab zu einem Haus (9). Hinter diesem auf Waldwegen (Nr. 1) nach rechts (Westen) abwärts zum Oberrand freier Wiesen. Über diese bald auf Asphaltstraße in Kehren hinunter zur Autobahn. Oberhalb von ihr eben nach rechts (Westen), dann unter ihr durch (10) und jenseits auf Asphaltstraße („Hilfbergstraße“) rechts haltend zur Kirche Maria Hilf. Nun, am Freilichtmuseum Mondseer Rauchhaus vorbei, wieder hinab zum Marktplatz in Mondsee (1).

Leonsberg, 1745 m: Hüttenloser Solitär mit anstrengendem 1100-Meter-Anstieg

Zwischen Weißenbach, Traun, Schwarzensee und Ischler Ache gelegen, gilt der Leonsberg bei Bad Ischl als markante Landmarke des zentralen Salzkammerguts. Die Besteigung des hüttenlosen Solitärs erweist sich, egal auf welcher Route, als lang und beschwerlich. Bedingt durch die große Distanz zu den umliegenden Höhen darf man sich auf ein umfassendes Panorama freuen, in welchem der gletschergeschmückte Dachstein dominiert.

  • Gehzeit: 6.00 h
  • Ausgangspunkt: Parkplatz, 630 m (begrenzter Parkraum), an der Zufahrtstraße von Rußbach zum Schwarzensee, gleich nach der Rechtsabzweigung der Haleswiesstraße, 1,3 km ab Rußbach (dort Bushalt). 7,3 km von Strobl.
  • Anforderungen: Lange, anstrengende Tour auf meist bez. Wegen und Steigen. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Ausdauer nötig. Nur bei trockenem Wetter.
  • Einkehr: Keine.

Vom Parkplatz (1) die Haleswies-Forststraße (Weg Nr. 811) nach Norden aufwärts zur Linkskurve und bald danach (Tafel rechts am Baum) zur Rechtsabzweigung (2) des Fußwegs Nr. 813. Auf diesem hinauf zu den Wiesen der Rußbachalm. An ihrem rechten Rand weiter, dann im Wald steil nach Norden empor zu einer Forststraße. Nun auf gutem Steig, die Straße mehrmals kreuzend, über die steile Waldflanke in Kehren hoch, bis beim fünften Erreichen des Fahrwegs, der nunmehr nach rechts verfolgt wird. Ostwärts in langer Querung der Flanke zu einer Schulter empor, dort rechts ab und auf bez. Weg eben über eine Lichtung, danach einen steilen Waldgraben nach Norden aufwärts zur Stücklalm (3), 1060 m (Brunnen).

Auf Weg Nr. 813 am rechten Wiesenrand steil nach Nordosten hoch und noch vor dem höchsten Punkt der Almweide nach rechts in den Wald. Dort in langer Querung der Scheiblingkogel-Ostflanke nach Nordosten aufwärts zu den Wiesen (4) der Leonsbergalm, die bei einer Forststraße erreicht werden. Entweder entlang der Straße (Kehren) oder auf schlecht bez. Pfad über die Wiesen empor zu querender Straße (1380 m; Kapelle) und diese rechts haltend bergab in die Mulde mit den Hütten der Leonsbergalm (5), 1371 m (Brunnen, Bank).

Die Straße unterhalb der Elsenschneid im Rechtsbogen nach Osten aufwärts zum Straßenende (Sandgrube). Auf bez. Steig am Waldrand nach links (Südosten) bergauf, später über die aufsteilende Wiese nach rechts und kurz durch Latschen an den Nordostrücken (6) des Leonsbergs. Dort durch Latschen und über Felsstufen (Steig) in Kehren hoch, später über den steilen grasigen Rücken (Vorsicht!) auf den flachen Gipfelkamm (Tafel) und über ihn zum höchsten Punkt des Leonsbergs (7), 1745 m (Metallkreuz, „Visier“ mit Bergnamensliste, Gipfelbuch in separater Schatulle).

Abstieg entlang der Anstiegsroute.

Braunedlkogel, 1894 m; Attraktives Gipfelziel am Rande der Postalm

Vom Unteren Postalm-Parkplatz P1 (1) beim Jugendgästehaus links ab und auf Naturstraße durch Wald und über Wiesen nach Südosten aufwärts zur Straßenteilung bei der Einbergalm (2), 1240 m (Parkplatz). Links den Fahrweg (Nr. 878) am Nordabhang des Braunedlkogels über Wiesen (Quellen) nach Osten abwärts und eben zur Retteneggalm (3), 1211 m (Jausenstation). Auf dem Weg Nr. 878 über Wiesen südostwärts hinauf zum Waldrand und eben weiter in das Sillkar. Dort durch Lärchenwald und Almrosen nach Süden hinauf unter die das Kar abriegelnde steile Grasflanke. Über diese nach Südwesten hoch, später über einen sehr steilen felsdurchsetzten Latschenhang in die grüne Dolinenmulde, 1710 m, vor dem Sillsattel, der nicht erreicht wird. Rechts über die steile latschenbewachsene Ostflanke in Kehren empor zum Gipfel des Braunedlkogels (4), 1894 m (Kruzifix, Buch, Orientierungsscheibe).

Vom Gipfel auf blau bez. Steig (keine Nummer) über den steilen grasigen Südrücken hinab zu einer Schulter. Nach rechts in die Westseite des Berges und dort durch Latschen und über Wiesen entlang einer Geländerippe steil bergab, später in Kehren durch lichten Bergwald nach Westen hinunter, schließlich in längerer Hangquerung schräg nach rechts (Nordwesten) abwärts zur Postalm-Hochfläche und dort zur Straßenverzweigung am Moosbergsattel (5), 1360 m (große Sandgrube). Die Naturstraße mit Weg Nr. 879 über Wiesen nach rechts (Norden) sanft bergab zu einer Teilung. Die Straße (Nr. 879a) nach rechts über den Rußbach und jenseits über die Wiesen der Einbergalm (2) sanft abwärts zur oben erwähnten Straßenverzweigung. Weiter auf bekanntem Weg zum Unteren Postalm-Parkplatz (1).

Seine scharf geschnittene, kristallähnliche Form, das Vorhandensein markierter Steiganlagen und das grandiose Gipfelpanorama machen den im Südosten der Postalm aufragenden Braunedlkogel zu einem begehrten Gipfelziel. Dabei kann der leichte Nordanstieg von der Retteneggalm her mit Abstieg über die Moosbergalm zu einer Runde lohnend erweitert werden.

  • Gehzeit: 3.30 h
  • Ausgangspunkt: Unterer Postalm-Parkplatz P1, 1150 m (Bus von Strobl), beim Gästehaus Postalm an der Postalm-Mautstraße, Gebühr nach Personenzahl im Auto) 15 km von Strobl.
  • Anforderungen: leichte Bergtour auf bez. Wegen und Steigen. Für trittfeste Geher bei trockenem Wetter.
  • Hinweis: Vom Unteren Parkplatz P1 kann auf schlechter Naturstraße (nur mit geländegängigem PKW!) bis zum Parkplatz bei der Einbergalm gefahren werden, 1,5 km.

Restaurant Lienbachhof (keine Nächtigung, 15. Mai–26. Okt. durchgehend geöffnet, Tel. +43/6137/6061, www.lienbachhof.at) beim Unteren Parkplatz, weitere Gastbetriebe im Umkreis des Parkplatzes

Langbathseen-Rundwanderung: Halbtagesausflug für Genießer

Zum Vorderen Langbathsee gelangt man vom alten Saline-Ort Ebensee am besten mit dem Auto. Viele begnügen sich damit und versäumen so eine der schönsten Spazierwanderungen der Gegend. Der im inneren Langbathtal vor der Kulisse des Brunnkogels malerisch gelegene Vordere See und der weiter talein in einem verborgenen Kessel direkt unter den Nordabstürzen des Höllengebirges platzierte Hintere Langbathsee können auf einem schönem Promenadenweg umwandert werden, wobei mehrfach Bademöglichkeit besteht.

  • Gehzeit: 2.15 h
  • Ausgangspunkt: Großparkplatz, 664 m, am Ostufer des Vorderen Langbathsees, 9 km von Ebensee, dort Bus- und Bahnhalt.
  • Anforderungen: Einfache Wanderung auf bez. Forststraßen.

Vom Langbathsee-Parkplatz (1) auf Forststraße (Weg Nr. 9) am Nordufer des Vorderen Langbathsees westwärts zum See-Ende und weiter zu einer Verzweigung (2). Geradeaus durch Wald und über Kahlschläge sanft aufwärts, später im Linksbogen zur nächsten Teilung. Links weiter zur BIockhütte „Hinterseestube“ (mit Brunnen) und gleich danach zum Hinteren Langbathsee (3), 732 m. Die Straße am rechten Ufer weiter zum Südende und dort zur Rechtsabzweigung des SchafIuckensteigs (4), 735 m, auf den Brunnkogel (Tour 45). Am Ostufer zurück, vom nördlichen See-Ende jedoch die Forststraße geradeaus weiter, später ostwärts durch schönen Wald zu einer Verzweigung (5). Rechts haltend zum Vorderen Langbathsee und an seinem Südufer entlang zu neuerlicher Teilung. Halblinks ab (!) und auf breitem Fußweg durch Wald in Nordostrichtung zum Langbathsee-Parkplatz (1).

Langbathsee-Stüberl (keine Nächtigung, im Nov. eingeschränkter Betrieb, sonst tägl. 10–20 Uhr, 1. Dez.–31. März 12–20 Uhr geöffnet, Tel. +43/6133/40181 und +43/0676/849933333) am Ausgangspunkt

Unterwegs keine Einkehr.

Im Rother Wanderführer  „Salzkammergut West“ stellt Franz Hauleitner 62 abwechlungsreiche Wandertouren zwischen Salzburg und Bad Ischl vor.

Die Wanderkarten von freytag & berndt dienen als ideale Ergänzung zu den vorgestellten Touren aus dem Rother-Wanderbuch.

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