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06/09/2021

Wandern als Extremsport

Wie Wandern zur Grenzerfahrung wird und der Einstieg ins Extremwandern gelingt

Als ich 2018 zum ersten Mal 80 Kilometer am Stück gewandert war, erreichte ich mein Ziel mit Blasen, die so groß waren, dass sie Schatten warfen. Ich war tränenüberströmt, mein Körper schmerzte und "So etwas Dummes mache ich nie wieder!" lautete der erste Satz, den ich am Ziel wartenden Familienmitgliedern entgegenrief. Vier Monate später war ich wieder am Start. Das Ziel dieses Mal: dieselbe Strecke, aber auch retour. 160 Kilometer in zwei Tagen. Zu Fuß. Ich hatte aus meinen Erfahrungen von Tour 1 gelernt und war – zumindest materialtechnisch – weit besser vorbereitet als beim ersten Mal.

Ich bin dem Weitwandern verfallen. Jeder absolvierte Marsch macht so unglaublich stolz und und geht mit vielen Erkenntnissen einher, die man perfekt auf das tägliche Leben umlegen kann. Zum Beispiel, dass es reicht, immer die nächsten paar Schritte vor Augen zu haben. Um ans Ziel zu kommen, muss man nicht den gesamten Weg auf einmal überblicken. Oder, dass immer noch ein bisschen mehr geht, wenn man nur will. Und auch scheitern lernt man unterwegs unglaublich gut. Wenn es nicht mehr geht, geht es eben nicht mehr. Das ist dann auch keine Schande.

Wann ist Wandern Extremwandern?

Aber wann wird Wandern eigentlich zur Grenzerfahrung? Eine Frage, die nicht so leicht zu beantworten ist, weil sie viel mit der eigenen Persönlichkeit zu tun hat. Schließlich gibt es durchaus Menschen in meinem Bekanntenkreis, für die der Weg von der Couch zur Snacklade schon eine Herausforderung darstellt. Vereinfacht ausgedrückt ist eine Extremwanderung etwas, das über die eigenen Grenzen hinausgeht und einfach mehr (Willens-)Kraft erfordert als man ohne Anstrengung aufbringt.

Ob es die Länge, die Schwierigkeit, die Dauer oder die äußeren Bedingungen sind, ist dabei gar nicht so wichtig. In Österreich erleben organisierte lange 24-Stunden-Märsche in den letzten Jahren einen regelrechten Hype. Natürlich muss man nicht an einer dieser Veranstaltungen teilnehmen, um eine Extremwanderung zu erleben. Aber aus Erfahrung sei gesagt: die Vorteile überwiegen. Schließlich hat man so immer Gleichgesinnte neben, vor und hinter sich, es gibt Versorgungsstationen und sanitäre Einrichtungen und auch für den Notfall sind die Veranstalter gerüstet.

Neben dem Mammut-Marsch, einem Format, das vor etwa zwei Jahren von Deutschland nach Österreich kam, gibt es an organisierten Extremmärschen auch noch das österreichische Original auf diesem Gebiet: die 24 Stunden Burgenland Extrem Tour. Da treffen gleich zwei „Extrem“-Faktoren aufeinander, denn normalerweise findet der Marsch im Jänner statt. Und seine Original-Strecke, die längste der verschiedenen Routen, ist etwa 120 km lang und führt einmal rund um den Neusiedler See.

Ins Leben gerufen wurde die Veranstaltung vor 10 Jahren von den drei Freunden Michael, Tobias und Josef. Was als kleine Veranstaltung mit 58 Wanderbegeisterten begann, hat sich in der letzten Dekade zu Europas größter Winter-Extrem-Veranstaltung mit mehr als 7500 teilnehmenden Personen entwickelt. Coronabedingt wurde der Marsch in diesem Jahr auf einen anderen Extremzeitpunkt verlegt: statt Winterkälte gilt es Sommerhitze zu trotzen, wenn am 16. Juli im Burgenland der Startschuss fällt. Der Jubiläumsmarsch ist bereits seit längerem ausverkauft, eine reguläre Teilnahme ist nicht mehr möglich. Aber: für einen mutigen Lust auf Österreich-Leser oder eine mutige Lust auf Österreich-Leserin stellt das Team einen zusätzlichen Startplatz zur Verfügung! Zur Wahl stehen 120, 50 und 30 km.

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