© Wolfgang Ladenbauer

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01/08/2021

Skitouren in den Wiener Hausbergen

Wir stellen fünf Skitouren aus dem Rother Skitourenführer „Wiener Hausberge“ vor.

In den Wiener Hausbergen befindet sich die Wiege des alpinen Skilaufs. Kaum verwunderlich also, dass sich nicht nur der Schneeberg, der östlichste Zweitausender der Alpen, sondern auch die Gipfel zwischen Wienerwald und Wechsel, vom Ötscher und Hochkar bis zu den Fischbacher Alpen, zu beliebten Anziehungspunkten für Skitourengeher etabliert haben.
Die Wiener Hausberge bieten ein breites Spektrum an Tourenmöglichkeiten: Von leichten Anfängerrouten bis zu schnittigen Rinnen und Karen, von kurzen Anstiegen und langen Abfahrten bis zu hochalpinen Skibergtouren, von beliebten Strecken bis zu einsamen Spuren in unberührter Natur findet. Hier findet sich für jeden Geschmack und jede Wettersituation die passende Tour.

Wolfgang Ladenbauer, langjähriger Landesleiter der Bergrettung Niederösterreich/Wien, ist Autor des Rother Skitourenführers
Wiener Hausberge“. Hier gibt er fünf persönliche Tipps für den Skitouren-Winter in den Wiener Hausbergen:

Stuhleck – Rettenegg-Abfahrt (1782 m)

Hier handelt es sich um eine genussreiche Südabfahrt abseits des berühmten Skigebiets.

Deshalb lautet der persönliche Tipp von Wolfgang Ladenbauer so:

Eine meiner Lieblingstouren ist diese höchst genussreiche Wiesenabfahrt mit abschließender ebenso lustvoller Einkehr auf der Gegenseite des berühmten Skigebiets. Das Stuhleck wurde als erster Berg in Österreich 1891 mit Skiern erstiegen und 1896 wurde hier mit der Nansen-Hütte die erste Schutzhütte des ÖSV errichtet. Die Hanglage und der grasige Untergrund ermöglichen schon bei weniger Schnee eine wunderbare Abfahrt (besonders auch für Snowboards) mit verschiedenen Anstiegsmöglichkeiten aus dem Skigebiet Stuhleck oder vom Pfaffensattel bzw. Forellenwirt bei Rettenegg (mit dem Bus erreichbar).

Wolfgang Ladenbauer

Dauer: 1 Std.
Höhenunterschied: 400 m
Talort:
Rettenegg, 862 m; an der Straße, die in Steinhaus am Semmering nach Süden abzweigt und über den Pfaffensattel und Rettenegg nach Birkfeld führt

Ausgangspunkt: Pfaffensattel, 1372 m ; Parkplatz beim (im Winter meist geschlossenen) Gasthaus Pfaffensattel (GPS-Koordinaten: N47.57, E15.813611).
Endpunkt: Gasthof Ebner (Forellengasthof), 878 m;  Retour gelangt man mit Bus-Taxi (+43 3173/8280), das man auch zum Zwieselbauer rufen kann, wenn im Frühjahr schon dort der Schnee endet.
Anforderungen: Diese leichte Skitour wird wegen der geringen Schwierigkeiten, des kurzen Anstieges, der berühmten Einkehr und der praktisch nicht vorhandenen Lawinengefahr gerne auch mit Anfängern gemacht.

Orientierung: Gute Sicht ist nötig, sonst wird der Beginn des Südrückens evtl. nicht gefunden
Hangrichtung: Aufstieg von Osten, Abfahrt nach Süden
Lawinengefährdung: kaum; bei richtiger Routenwahl keine
Günstige Zeit: Hochwinter und Frühjahr

Winter-Shuttleservice im Kabinen-Ratrac Schneewittchen vom Pfaffensattel bis zum Alois-Günther-Haus nach tel. Anmeldung (+43 3853/300) bis max. 10 Personen (pro Fahrt 95 €).

Tipps zur Einkehr

Alois-Günther-Haus (ÖAV-Sektion Edelweiß)

  • geöffnet von  Dez. bis Ostern, danach 2 Monate Betriebsferien, außer bei genügend Schnee
  •  von Norden direkt mittels 6er-Sessellift an das Skigebiet angeschlossen ist

Alois-Günther-Haus
Stuhleck 4

8685 Steinhaus am Semmering

Forellengasthof Joglland (=Gasthof Ebner)

  • geöffnet Do–So, im Nov. Mi–So
  • bietet neben Forellen in allen Variationen als einmalige Spezialität Forellenleber

Forellengasthof Joglland
Rettenegg 104
8674 Rettenegg

Aufstieg: Genau am Sattel beginnt in westlicher Richtung eine Straße (im Sommer Mautstraße, daher Schranken), die sich dann nach Norden wendet und auf den Ostkamm und neben diesem auf das Stuhleck führt. Man folgt entweder direkt dieser Straße oder schneidet sie auf dem markierten Sommerweg ab.

Abfahrt Rettenegg: Vom Gipfel fährt man den Kamm in südwestlicher Richtung bis zum ersten flachen Sattel, wo über eine wenig ausgeprägte Kante nach Süden, dabei eher rechts haltend, der breite Südrücken erreicht wird. Wenn die obersten Hänge abgeblasen sind, ist es bei sicheren Verhältnissen lohnender, auf der Wechte des Südkars entlang des Abbruchs bis zum Beginn des Südrückens zu fahren. Der folgende Hang bis zum Wald, original ganz rechts (Reste von Skimarkierungen), in der Wechten- Variante ganz links gefahren, stellt in seiner Mitte (meist kleine Wechte) die einzige eventuell schneebrettgefährliche Stelle der ganzen Abfahrt dar.

Es folgt nun ein System von Wiesen bis zum Zwieselbauer (1090 m). Jenseits der Straße geht die weitere Abfahrt steil in den Graben, über eine kleine Holzbrücke westlich über den Bach auf einen Weg, der ins Tal zum Gasthof Ebner hinausführt.

Varianten:

1. Südost-Kar „Steinkorb“ : Schwierigkeit Rot

Dieses nach Südosten gerichtete, steilere Kar ist bei idealem Frühjahrsfirn besonders genussvoll mit 550 Hm, die Einfahrt erfolgt vom Gipfelkamm beliebig in das breite Südost- Kar, das sich unten zu einem Graben verengt, der zurück zur Straße (1248 m) führt.

2. Südost-Graben: Schwierigkeit Rot

Dieser deutliche Graben zwischen Steinkorb und Anstiegsweg ist schon im Anstieg sichtbar (400 Hm)

Kaiserstein – Wurzengraben (2061 m)

Es erwartet Sie eine klassische „Trenkwiesenschlucht“ und andere Highlights für Tourengeher. Die Empfehlung von Wolfgang Ladenbauer lautet deshalb:

Dies ist eine der klassischen Touren, die seit über 100 Jahren befahren wird. Je nach Schneelage kann der Schneegraben, der Salvisgraben oder der Hoyosgraben als Variante für den oberen Teil aufgestiegen oder abgefahren werden. Benannt wurde die Abfahrt nach der Trenkwiese im untersten Teil des Kaltwassergrabens, wo höchst selten jemand hinkommt, da praktisch alle von und nach Losenheim fahren. Die drei Varianten zum Wurzengraben sind etwa gleich schwer, weniger bekannt, doch meist viel lohnender.

Wolfgang Ladenbauer

Dauer: 3.30 Std.
Höhenunterschied: 1200m
Talort: Puchberg am Schneeberg, 585 m; an der B 26
Ausgangspunkt: Losenheim, Parkplatz, 871 m (GPS-Koordinaten: N47.791389, E15.831111), oder Sessellift-Bergstation, 1207 m; knapp unter der Edelweißhütte.
Höhenunterschied: 1200 bzw. 860 m
Aufstiegszeiten: 1 Std. (oder Sesselbahn) zur Edelweißhütte, ½ Std. zur Trenkwiesen-Forststraße, 1 Std. zur Krempelhütte, 1 Std. zur Fischerhütte am Kaiserstein; insg. 3–4 bzw. 2–3 Std.
Anforderungen: Diese hochalpine Skitour ist im oberen Teil dem Wetter sehr ausgesetzt. Der untere Teil ähnelt eher einer mehrspurigen und viel befahrenen Autobahn.
Orientierung: Bei guter Sicht leicht, Wurzengraben meist mehrfach gespurt, die anderen Gräben oft unverspurt.
Hangrichtung: Im Wurzengraben West, Märchenwald und Forststraße Nord
Lawinengefährdung: Mitunter, im unteren waldigen Teil selten von den Seiten, im Märchenwald gar nicht, doch erhöhte Vorsicht in den Gräben!
Günstige Zeit: Hochwinter und Frühjahr: Die beste Befahrungszeit ist der gesamte Winter bei lawinensicheren Verhältnissen und nicht zu hartem Schnee, in manchen Jahren ist aber auf den Schneeresten noch bis weit ins Frühjahr eine lohnende Abfahrt möglich. Nach einem Neuschneefall sind wir an einem 10. Juni bis Losenheim abgefahren, zuletzt allerdings nur mehr über Neuschnee auf Gras.

Tipps zur Einkehr

Edelweißhütte (1235 m)

  • wenige Meter oberhalb der Bergstation der Salamander-Sesselbahn
  • ganzjährig geöffnet
  • Ruhetage Di+Mi, in den Ferien nur Di, Betriebsferien Mitte April bis Mitte Mai
  • ÖAV-Sektion Edelweiß

Edelweißhütte
Losenheimer Straße 111
2734 Puchberg am Schneeberg


Fischerhütte (2049m)

  • ÖTK, im Winter geschlossen, während der Betriebszeit der Zahnradbahn (ab Anfang Mai) bewirtschaftet
  • kleiner Unterstandsraum mit Münzautomat zum Heizen
  • Die höchstgelegene Schutzhütte Niederösterreichs wurde nach dem damals berühmten Bergsteiger und Führerautor Eduard Fischer von Röslerstamm benannt.

Fischerhütte
Hochschneeberg 9
2734 Puchberg am Schneeberg

Aufstieg: Der Fadenweg  ist der mit Fellen weitaus am häufigsten begangene Anstieg auf den Schneeberg. Er beginnt bei der Edelweißhütte, zu der man per Lift oder im Aufstieg auf der Piste gelangt, führt an der ehemaligen Sparbacher Hütte vorbei, auf einer Forststraße (Hollingerstraße) durch Wald etwas aufwärts und wieder bergab bis zur Einmündung in eine weitere Forststraße (Trenkwiesenstraße), die in den Einschnitt zwischen Fadenwänden und Kuhschneeberg führt und so das kupierte Gelände Märchenwald" erreicht. Nur mehr leicht ansteigend führt die Straße bis zu einer scharfen Rechtskurve, wo der Steig links durch den Märchenwald zur Krempel-Hütte abzweigt und unter die beiden Hauptgräben Wurzengraben und Schneegraben führt. Der weitere Aufstieg erfolgt durch den deutlich sichtbaren Wurzengraben, den linken (nördlichen) der beiden Gräben, oder über den Rücken des Schauersteins links (nördlich) davon.

Abfahrt wie Aufstieg: Sie beginnt direkt vor der Fischerhütte in den Wurzengraben mit zwei Engstellen (Törln") zur Krempel-Hütte, von dort nach Norden durch den Märchenwald in nur geringem Gefälle bis zur Forststraße (Trenkwiesenstraße) und auf ihr noch flach in weiten Kurven. Die Steilstufe wird von links oben nach rechts unten bequem auf der Straße oder steil diese abschneidend überwunden. Dann wird bis unter die Ausläufer der Fadenwände gefahren, wo eine Straße (Hollingerstraße) nach rechts hinauf abzweigt, um über die Edelweißhütte und auf der Piste nach Puchberg-Losenheim zu gelangen.

Varianten: Die drei Gräben der Westabdachung – Salvis-, Hoyos- und Fadengraben – sind sehr lohnende, nicht allzu steile Gräben, die in die Standardabfahrt münden. Empfehlen kann ich sie vor allem, wenn im Wurzengraben eine Buckelpiste vorzufinden ist. Sie sind auch für das Snowboard geeignet, im Frühjahr und Frühsommer auch für Firngleiter oder Bigfoot.

1. Fadengraben:
Die Einfahrt befindet sich oberhalb jener Stelle, wo der Fadensteig aus den Fadenwänden aussteigt (Punkt 1736 m). Von der Fischerhütte gelangt man über den Oberen Fadensteig absteigend/abfahrend hierher, wobei der Graben schon ein Stück höher oben flacher und seichter beginnt. Hindernisfreie, jedoch enge Abfahrt bis in den Hoyosgraben, weiter siehe dort. (250 Hm bis zum Hoyosgraben; Hangrichtung West.)

2. Hoyosgraben:
Die Abfahrt erfolgt von der Fischerhütte nach Norden, entlang des Obersten Fadensteiges zu einem der drei markanten Gräben, die zu einem Graben zusammenkommen. In der unterhalb folgenden Waldzone mündet dann der Fadengraben von rechts ein. Achtung! Unterhalb kommt ein Felsabbruch, der seit jeher weit links in einem wenig ausgeprägten Waldgraben umfahren wird. (Eigenständig 700 Hm im Graben, insg. 1300 Hm bis Losenheim; Hangrichtung Nordwest.)

3. Salvisgraben:
Man fährt von der Fischerhütte in fast westlicher Richtung rechts neben dem grün markierten Zaun entlang des meist abgeblasenen Rückens zum Schauerstein (1870 m), neben dem sich zwei Dolinen befinden. Dort beginnt der Salvisgraben zweigeteilt, wird dann enger und bricht schließlich im Felsgürtel kurz senkrecht ab. Diese Unterbrechungsstelle, die im Sommer etwa 10 m Höhe aufweist (klettertechnische Schwierigkeit I), ist in manchen Jahren eng und steil befahrbar, in schneereichen Wintern oft gar nicht zu sehen oder zu merken. Empfehlenswert ist es, schon weiter oberhalb aus dem Graben links zu den freien Hängen mit nur schütterem Bewuchs zu queren, die aber ebenfalls steiler werden. Danach erreicht man das flachere Gelände vor dem Rücken 
 „Die Kögerln“ und nach links die Trenkwiesenabfahrt durch den Wurzengraben; auf ihr geht es zurück nach Losenheim.
Eigenständig 500 Hm zur Krempelhütte, 1300 Hm bis Losenheim; Hangrichtung Wes
tnordwest.

Gsolhirn – Großes Wolfstal (1547 m)

Genießen Sie eine spannende Frühjahrsabfahrt auf der Rax. Die Empfehlung von Wolfgang Ladenbauer lautet:

Das Große Wolfstal ist eine der schönsten steilen Abfahrten durch ein prachtvolles Tal, mit einer Unterbrechungsstelle, die auf einer Leiter überwunden wird. Falls diese zu vereist sein sollte, hängt dort oben ein Eishammer, den man unbedingt für die Nächsten wieder hinhängen muss. Wegen hoher Lawinengefahr ist diese Tour meist erst im Frühjahr möglich, der untere Teil muss dabei oft zu Fuß abgestiegen werden, was durch den „Aufstieg“ mit der Seilbahn wieder wettgemacht wird. Die anderen drei Abfahrten ermöglichen überhaupt ohne Anstieg einen tollen, unterschiedlich schwierigen Ski-Spaß, der an einem Tag mehrfach genossen werden kann.

Wolfgang Ladenbauer

Dauer: 20 Min
Höhenunterschied: 50 m
Talort: Hirschwang, 500 m
Ausgangspunkt: Bergstation der Raxseilbahn am Gsolhirn, 1547 m (GPS-Koordinaten siehe Tour 13)
Endpunkt: Gasthaus Kaiserbrunn; zurück zur Talstation mit dem Bus oder per Autostopp
Höhenunterschied: Für das Große Wolfstal im Aufstieg 50 m, die sogar mit einem Schlepplift abgekürzt werden könnten, wobei sich jedoch der Aufwand selbst für den Faulsten nicht rechnet. Die Abfahrt geht über 1100 Hm, ein Teil davon kann allerdings bei Schneemangel im Tal zu Fuß erfolgen. Für die anderen drei Routen geht es gleich bei der Bergstation los mit 1000 Hm Abfahrt.
Aufstiegszeit: 20 Min
Anforderungen: Beste Technik und Schnee-Beurteilung, im Großen Wolfstal kurzer Abstieg auf eventuell vereister Eisenleiter.
Orientierung: Relativ einfach, selbst die Einfahrt ins Große Wolfstal ist leicht zu finden.
Hangrichtung: Nord und Nordost
Lawinengefährdung: Häufig; direkt vor allem in der steilen Einfahrt, das ganze Tal jedoch von allen Seiten. Im Frühjahr wird man daher eventuell teilweise über Lawinenreste abfahren (oder versuchen, ihnen auszuweichen).
Günstige Zeit: Im Frühjahr bei sicheren Schneeverhältnissen, die Seilbahnabfahrtenauch schon früher

Tipp zur Einkehr

Raxseilbahn-Bergstation am Ausgangspunkt

Gasthaus am Kaiserbrunn
Kaiserbrunn
2651

Aufstieg: Von der Seilbahn-Bergstation auf der Rax am Fahrweg zum Ottohaus etwa 20 Min., bis die erste Höhe erreicht und ein erster Blick aufs Ottohaus möglich ist.

Abfahrt Großes Wolfstal: Gleich jenseits dieses Rückens befindet sich ein flacher Graben, der nach rechts (Nordosten) hinunter bis zur Kante führt. Es folgt ein sehr steiler Hang, der direkt oder rechts haltend befahren wird, um ins immer flacher werdende Tal zu gelangen. Dort halten wir uns eher links, um die erste Unterbrechungsstelle links zu umfahren. (Wer die Umfahrung versäumt, kann eventuell auch kurz – ohne Ski! – springen!)

Erst viel weiter unten, oft schon beim Ende des Schnees, kommt die zweite Unterbrechungsstelle, über die eine Eisenleiter einen meist problemlosen Abstieg ermöglicht. (In seltenen Jahren wurde diese Stelle auch schon gefahren.) Falls die Leiter vereist ist, hilft ein Eishammer zum Abklopfen des Eises. Er ist am oberen Ende befestigt und muss nach dem Abstieg für die nächsten wieder dorthin gehängt werden! Es folgt ein flacheres Tal bis hinaus ins Höllental, wo nach rechts mit wenigen Schritten Kaiserbrunn erreicht wird.

Varianten – die drei Abfahrten unter der Seilbahn:
Diese drei steilen, nach Süden und Osten gerichteten Abfahrten verbinden die Bergstation mit der Talstation der Raxseilbahn und brauchen keinen Anstieg, denn wir fahren gleich direkt von der Bergstation nach rechts (Norden) zur Piste, biegen von ihr jedoch nach Osten und unter der Seilbahn durch weiter nach Süden ab, wo sich nun die drei Möglichkeiten anbieten:

1. Schöller: Schwierigkeitsgrad Blau, Hangrichtung Nord, Ost, Süd. Durch steilen Wald oft gar nicht so unschwierig weiter rechts haltend entlang dem Gsolhirnsteig nach Südosten bis zur Einsattelung bei der Gsolwiese, um sich hier nach Südwesten zu wenden und deutlich weniger steil (Wiesen und Forstweg) wieder in südöstlicher, ab Knappenberg in östlicher Richtung über flache Wiesen Hirschwang zu erreichen. Kurzer Rückmarsch zur Talstation.

2. Lahngraben: Rot, Hangrichtung Ost. Die übliche Einfahrt befindet sich noch ein Stück unterhalb und südlich der Abzweigung der Seilbahntrasse von der Schöller, jedoch können beide auch direkt von der Bergstation sehr steil erreicht werden. Die Grabeneinfahrt ist nach Querung der Seilbahn auf dem Gsolhirnsteig durch einen Richtungspfeil markiert. Der Lahngraben zieht dann gerade in östlicher Richtung hinunter zur Talstation.

3. Seilbahntrasse: Rot, Hangrichtung Ost. Wird auch Seilbahngraben genannt und beginnt oben dort, wo die Schöller die Seilbahn quert. Lange Zeit geht es direkt unter der Seilbahn bergab, bis eine schrofige Unterbrechung aufhält. Diese kann abgestiegen oder nach orografisch rechts umfahren werden, wobei man in den Lahngraben gelangt, der den Seilbahngraben unten sowieso aufnimmt.

Großer Ötscher Fürstenplan (1893 m)

Die Empfehlung von Wolfgang Ladenbauer für die Tour entlang der berühmtesten Steilrinne lautet so:

Vom Gipfel des Großen Ötscher gibt es in nordwestlicher Richtung einige Steilrinnen, die von orografisch links nach rechts immer mehr an Steilheit und Schwierigkeit zunehmen. Die erste, westlichste und am wenigsten steile ist auch als eigenständige Abfahrt sehr interessant und gehört wohl zu den lohnendsten Abfahrten dieses Auswahlführers. Sie oder eine der anderen ist aber sicher auch eine lustvolle Draufgabe nach der alpinistisch hochwertigen Besteigung des Ötscher von Osten her über den winterlichen Rauhen Kamm (Seil, Pickel, Steigeisen, Sicherung). Wie immer in so steilem Gelände und in dieser Himmelsrichtung ist das Risikomanagement wegen der Lawinengefahr besonders bedeutsam! Der Ötscher selbst ist ein besonderer Berg (nicht nur weil ich an seinen Hängen skifahren gelernt habe): Er ragt wie ein Vulkan einzig und phallisch aus dem Hügelgelände der übrigen Voralpen, ist von weitem deutlich zu sehen und trägt daher auch den slawischen Namen für „Vater.

Wolfgang Ladenbauer

Dauer:1.30 St.
Höhenunterschied: 480 m
Talort: Lackenhof, 809 m
Ausgangspunkt: Ötscher-Schutzhaus bei der Bergstation des Sesselliftes Großer Ötscher, 1416 m (GPS-Koordinaten Talstation Sessellift: N47.865278, E15.163056), Betriebszeit meist Ende Nov. bis Ostern
Höhenunterschied: 480 m im Aufstieg, etwa 1000 m Abfahrt
Aufstiegszeit: 1–2 Std.
Anforderungen: Nach einem leichten, (mit Aufstiegshilfe) kurzen Anstieg erfordert eine bis 35° steile Rinne für die Abfahrt alpine Fähigkeiten und Erfahrung in der Beurteilung von Schnee, Lawinengefahr, eigenem Können etc.
Orientierung: Wenn man die richtige Einfahrt erwischt hat, ist alles klar. Deutlicher als alle Worte zeigt das Foto diese Einfahrten.
Hangrichtung: West bis Nordwest
Lawinengefährdung: Häufig

Günstige Zeit: Das Frühjahr bei gutem Firn

Tipp zur Einkehr

Ötscher-Schutzhaus (1418 m)

  • direkt neben der Bergstation
  • ganzjährig bewirtschaftet (außer Lift-Betriebsferien etwa Ostern bis Pfingsten)

Ötscher-Schutzhaus
Am Ötscher 1

3295 Lackenhof

Aufstieg: Vom Ötscher-Schutzhaus ersteigt man den Gipfel zuerst beliebig in der Flanke in östlicher Richtung bis auf den Westsüdwest-Kamm und auf diesem mit einer Engstelle beim Weißen Mäuerl. Kamm und Gipfel sind Wind und Wetter sehr ausgesetzt.

Abfahrt Fürstenplan: Vom Gipfel muss man im Nordhang des Anstiegskammes in westlicher Richtung erstaunlich weit nach links (Westen) schräg abwärtsfahren, um in die Fürstenplan zu gelangen. Ich bin nicht der einzige, der fälschlicherweise in die steilere Kreuzplan kam (in den späten 60er- Jahren!), weil er zu wenig weit nach links fuhr. Die breite Einfahrtsflanke setzt sich als unterschiedlich enge Rinne mit vor allem gut befahrbarer rechter Seite ins Tal fort und wird am Ende nach links auf einer Forststraße verlassen, um Lackenhof zu erreichen.


Variante Kreuzplan: In diesem Falle fährt man vom Gipfel genau nach Nordwesten in die unterschiedlich enge Rinne, die unten nach links zur Ötscherwiese oder Talstation verlassen werden kann oder direkt bis Raneck befahren wird, speziell, wenn man sie vorher von dort erstiegen hat

Dürrenstein – von Westen (1878 m)

Tour über einen einsamem Skiberg mit Anstieg über die Ybbstaler Hütte. Der Tpp von Wolfgang Ladenbauer lautet so:

Diese lange und anstrengende Skitour mit vor allem alpiner Bedeutung ist skifahrerisch eher wenig spannend. Dafür bietet sie prachtvolle Landschaft und ist selbst auf dieser Route alles andere als überlaufen, obwohl dies noch der am häufigsten begangene Anstieg auf diesen großartigen Berg ist. Die Schlüsselstelle befindet sich zwischen Bärenlacke und Ybbstaler Hütte.

Wolfgang Ladenbauer

Dauer: 5.30 Std.
Höhenunterschied: 1300 m
Talort: Göstling, 532 m; erreichbar über die A 1 (Ausfahrt Ybbs) und die B 25 über Lunz am See nach Göstling.
Ausgangspunkt: Steinbach, 600 m; kurz östlich von Göstling nach Südosten ins Steinbabachtal (
„Die Noth“)einbiegen, bis zum Parkplatz bei einem Fischteich (1,5 km nach Tunnel; GPS-Koordinaten: N47.78325, E14.98497), Wegtafel Ybbstaler Hütte
Höhenunterschied: 750 m zur Ybbstaler Hütte, weitere 550 m zum Gipfel
Aufstiegszeiten: 2½–4 Std. zur Ybbstaler Hütte und weitere 2–3 Std. auf den Gipfel, insg. 4½–7 Std.
Anforderungen: Die Anforderungen betreffen vor allem bergsteigerische Fähigkeiten wie Schneebeurteilung, Verhalten im alpinen Gelände, Orientierung und Kondition; skitechnisch einfach
Orientierung: Bei schlechter Sicht nicht einfach wegen des teilweise unübersichtlichen Geländes, neuerdings sind aber alle Wege am Dürrenstein mit den neuen gelben Schildern bestens markiert
Hangrichtung: Im Hüttenanstieg Südwest, beim Weg zum Gipfel dann auch nördliche Richtungen
Lawinengefährdung: Mitunter; schon im Hüttenzustieg, besonders der Steilhang oberhalb der Bärenlacke
Günstige Zeit: Hochwinter (wenn der Schnee bis ins Tal reicht) und Frühjahr (wenn man bereit ist, die Ski auch ein Stück vom und ins Tal zu tragen)

Aufstieg: Von Steinbach steigt man entlang des Sommerweges am Rücken südlich vom Almwaldtal bis zu einer Forststraße mit Jagdhaus, dann jenseits in fast nördlicher Richtung bis zur nächsten Forststraße auf. Hierher gelangt man auch, wenn man direkt im Talgrund des Almwaldbaches (Vorsicht: evtl. Wildfütterung) nach Nordosten aufsteigt. Während die Straße einen steilen Hang nach Osten quert und oft komplett verweht ist (Lawinengefahr!), führt genau an der Kante die Wintermarkierung steil nach rechts hinauf. Entlang der nordwärts gerichteten Felsabbrüche erreicht man in fast östlicher Richtung durch unübersichtliches Gelände (Markierungen!) die freistehende Ybbstaler Hütte. Dieses letzte Stück vor der Hütte kann alpin recht heikel sein (Wechten, Lawinen, Abrutschen), der Skianstieg verläuft daher besser oberhalb des Sommerweges.

Von der Hütte hält man sich im kupierten Wald- und dann Almgelände zuerst nach Südosten bis zur Legsteinalm (1440 m), dann nach Süden bis auf den Gipfelrücken, der mit steilen und oft eisigen Hangquerungen in östlicher Richtung zum höchsten Punkt führt.

Abfahrt: Wie Aufstieg.

Sind Sie auf den Geschmack gekommen? Insgesamt 50 der schönsten Touren stellt der Wiener Autor Wolfgang Ladenbauer in seinem Rother Skitourenführer Wiener Hausberge vor. Unerlässlich sind dabei die Informationen über Lawinengefährdung, Hangausrichtung, Orientierung und günstiger Jahreszeit. Auch Tipps zu Einkehrmöglichkeiten und für Varianten finden sich zu jeder Tour.

Die Karten von freytag & berndt dienen als ideale Ergänzung zu den vorgestellten Skitouren aus dem Rother Skitourenbuch.

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