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11/26/2021

Schnee in Wien! Die Winter-Knigge für die Bundeshauptstadt

Erster Schnee in Wien. Ein Ratgeber, wann Sie sich beklagen und welche Kleidung Sie tragen sollten. Und ein Winter-Mythos über die Wiener Linien.

von Agnes Preusser

Was ist das weiße, kalte Zeug, das da so locker-flockig vom Himmel fällt? Völlig überraschend bedeckt das Naturphänomen Schnee die Straßen der Bundeshauptstadt. Und das im Winter! Doch keine Sorge: Wir haben auch bei solch unvorhergesehenen Ereignissen den Überblick und Tipps, wie Sie am sichersten das winterliche Wien durchqueren können.

Für alle Radler lohnt sich etwa ein Blick auf die Seite fahrradwien.at der Mobilitätsagentur. Beim Lesen wird allerdings schnell klar, dass man den Wienern tatsächlich nicht die größte Kompetenz in Sachen Winter zugesteht. Es findet sich etwa der ratsame Tipp: „Mütze und Handschuhe schützen vor den kalten Temperaturen und spenden Wärme.“ Nicht gewusst, oder?

Liest man weiter, können sogar Kälte-Profis etwas dazulernen. Bei rutschiger Fahrbahn sorgt es für mehr Sicherheit, den Reifendruck etwas zu senken und den Sattel ein wenig tiefer zu stellen.

So gut vorbereitet lässt es sich gut radeln – und das am besten auf geräumten Straßen. Unter wien.gv.at/verkehr/radfahren/ findet sich deshalb eine Karte mit all jenen Radwegen, auf denen der Winterdienst unterwegs ist.

Schaufeln ist Privatsache

Eine weitere Tücke stellt die Schneeräumung dar. Die Betreuung von Gehsteigen und Stiegen ist in fast allen Fällen Privatsache. Der Betreuungszeitraum fällt in die Zeit zwischen 6 Uhr und 22 Uhr.

Kleiner Tipp: Wenn ein Schneepflug neuerlich Schnee auf einen bereits geräumten Gehsteig schiebt, brauchen sie keine Klage erwägen. Sie wohnen in Wien, den Gang zum Gericht hat natürlich schon jemand anderer für Sie erledigt – allerdings ohne Erfolg.

Laut Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes muss der Anrainer den zurückgeschobenen Schnee wieder selbst entfernen. Was es beim Schneeräumen sonst noch zu beachten gibt, erfahren Sie auf www.wien.gv.at/umwelt.

Nur eines ist in diesem Zusammenhang noch gut zu wissen. Wenn Sie bei einer Öffi-Haltestelle wohnen, sind ebenfalls Sie für die Räumung zuständig, nicht die Wiener Linien. Die wiederum kümmern sich um die U-Bahnstationen und um die Schienen.

50 Personen sind in Rufbereitschaft und rücken im Ernstfall aus, um die Schienen vom Schnee zu befreien – das sei aber erst ab einer Höhe von fünf Zentimetern notwendig.

Die anderen können nix

Dass die Öffis bei Schneefall oft Verspätung haben, liege übrigens selten an den Öffis selbst, meinen die Wiener Linien. Problematisch sei vielmehr, dass bei Schneematsch auf den Straßen alle langsamer werden und man sich dem Individualverkehr anpassen müsse.

Die These, dass die meisten Autofahrer sich ebenfalls nicht die Schuld am zähen Verkehr geben, sondern allen anderen, ist allerdings vermutlich auch nicht zu gewagt. Im Fall der Öffis kommt jedenfalls erschwerend hinzu, dass bei Schnee viele Autofahrer beim Parken nicht genügend Abstand zu den Gleisen lassen und die Straßenbahn dann bei der Durchfahrt behindern.

Auf dem Wiener-Linien-Blog wird außerdem mit den gängigsten Mythen aufgeräumt. Dass es besonders im Winter in den Öffis zu voll sei, weil zu wenig Züge unterwegs sind, stimme so nicht. Es liege vor allem daran, dass Autofahrer und Radfahrer sich die Fahrt mit dem eigenen Gefährt nicht antun wollen und kurzfristig auf die Öffis umsteigen.

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