© TVSSW/Elbsandsteinbilder

Outdoor & Sport
08/22/2022

Wandern im Elbsandsteingebirge in der Nationalparkregion Sächsische Schweiz

Wir stellen 5 Routen aus dem Rother Wanderführer „Elbsandsteingebirge“ und dazu passende Karten von freytag & berndt vor.

Bizarre Felstürme, schroffe Sandsteinwände, tiefe Schluchten und atemberaubende Panoramen – das Elbsandsteingebirge zählt zu den herausragendsten Wanderregionen in Deutschland. Wir präsentieren 5 abwechslungsreiche Wanderungen.

Basteiaussicht

Aus dem Elbtal steil zur Basteiaussicht hinauf, zurück über die romantischen Schwedenlöcher. Ebenfalls sehenswert: die Wehlgrundaussicht und die Felsenburg Neurathen.

  • Tourentyp: Wanderung
  • Schwierigkeit: mittel
  • Gehzeit: 3.15 Std.
  • Tage: 1
  • Höhenmeter Aufstieg: 253
  • Höhenmeter Abstieg: 253
  • Strecke: 6.0 km
  • Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar
  • Einkehr unterwegs vorhanden
  • Für Kinder geeignet

 
Ausgangspunkt: Oberrathen; Zufahrt auf der B 172 über Struppen und Weißig. Die Zufahrt auf der rechten (Niederrathener) Seite ist gesperrt. Rathen ist auch mit der Bahn oder dem Schiff erreichbar. Parkplatz Oberrathen.
Anforderungen: Bequemer, bezeichneter Wanderweg.
Einkehrmöglichkeiten: Mehrere Gaststätten in Rathen, Gaststätte Bastei.

Dass diese kleine Wanderung ein besonderer Leckerbissen ist, zeigt sich schon bei der Überfahrt mit der umweltfreundlichen Gierfähre, einer Seilfähre, über die Elbe von Oberrathen nach Niederrathen. Ein Blick elbabwärts zeigt uns die Wandfluchten der Weißen Brüche. Auf der anderen Elbseite gehen wir am Bach entlang bis zum Abzweig Amselsee. Der Weg führt das Grünbachtal aufwärts. Rechts unten liegt die »Alte Mühle«, ein Fachwerkbau. Auf der rechten Seite über dem Tal erscheint der wuchtige Klotz des »Talwächters«, ein beliebter Kletterfelsen. Kurz vor dem Amselsee geht es links an der Kasse vorbei den Wehlgrund hinauf zur Felsenbühne: eine Naturbühne mit 2000 Plätzen in einzigartiger Kulisse. Der Besuch einer Vorstellung ist ein bleibendes Urlaubserlebnis.
Wir gehen aber geradeaus zum Amselsee. Der Amselsee, ein künstlicher Stausee mit Bootsverleih, fügt sich gut in die Landschaft ein. Darüber wacht der Kletterfelsen »Lokomotive«. Am Stausee entlang gehen wir bis zum Abzweig Amselfall. Ein Abstecher (ca. 5 Minuten) zum romantischen Amselfall lohnt sicher. Der Weiterweg führt, mit blauem Strich markiert, durch die Schwedenlöcher zum Basteiplateau. Am Ende der Stufen sollten Sie auf jeden Fall die Wehlgrundaussicht aufsuchen. Ein Rundblick auf zahlreiche Klettergipfel, den Komplex der Bastei und die Felsenburg Neurathen belohnt Sie für Ihre Mühe. Nach ca. 10 Minuten erreichen wir die Bastei mit der berühmten Basteiaussicht. Der Aussichtspunkt fällt 190 Meter nahezu senkrecht in das Elbtal ab. Eine Tafel erklärt den Rundblick, der an klaren Tagen bis zum Erzgebirge reicht.
Der Abstieg, ebenfalls mit blauem Strich markiert, beginnt an der Basteibrücke und führt an der Felsenburg Neurathen vorbei zum Tiedgestein (Rosenbettfels). Nach einem Blick auf Rathen und die Elbe erreichen wir nach kurzer Zeit Niederrathen und unseren Ausgangspunkt Oberrathen.

Labyrinth

Eine Felsbildung macht ihrem Namen alle Ehre

Eine Runde durch das Labyrinth und an den Resten des Uranbergbaus vorüber zur Festung Königstein.

 

  • Tourentyp: Wanderung
  • Schwierigkeit: leicht
  • Gehzeit: 5.30 Std.
  • Tage: 1
  • Höhenmeter Aufstieg: 467
  • Höhenmeter Abstieg: 467
  • Strecke: 18.2 km
  • Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar
  • Für Kinder geeignet

 

  • Ausgangspunkt: Königstein; auch mit Bus, Bahn und Schiff zu erreichen, mit dem Pkw auf der B 172. Parkmöglichkeit am Bahnviadukt an der B 172 in Königstein.
  • Anforderungen: Keine nennenswerten Anforderungen.
  • Einkehrmöglichkeiten: Gaststätten in Königstein.
  • Tipp: Erlebniswald an der Festung Königstein.

In Königstein folgen wir dem Bachlauf der Biela bis zur Straße nach Leupoldishain. Auf dieser Strecke verkehrte 1901 – 1902 der erste Oberleitungsbus der Welt, die Bielatal-Motorbahn. Der Markierung »gelber Strich« die Straße bergauf folgend, kommen wir nach Leupoldishain. Links erreichen wir den Schillersteig, der bis zur Hohen Straße läuft. Wir biegen 300 Meter vor der Hohen Straße links auf den Forstweg ab und kommen am ehemaligen Bergbaugelände vorbei. Nach etwa 15 Minuten erreichen wir die Straße, nach weiteren 5 Minuten den Weg zum Labyrinth. Dieser kurze Abschnitt ist nicht markiert. Die sogenannte Breite Heide, durch die unser Weg führt, ist eine von vielen kleinen Schluchten zerfurchte Sandsteinplatte. Einige wurden leider im Zuge des Bergbaus mit Abraummassen aufgefüllt.
Die Felsbildung Labyrinth regt die Phantasie an. Ein Rundgang ist beschildert. Der Markierung mit dem blauen Strich folgend, wandern wir bis zum Bernhardstein. Der Aussichtspunkt bietet einen Blick auf die Ortslage von Bielatal und die weiten Waldflächen bis zur Grenze zur ČR.
Auf demselben Weg gehen wir zurück zum Hauptweg und weiter dem Hirschstangeweg folgend (Markierung »blauer Strich«) zur Festung Königstein. Ehe wir zum Parkplatz unter der Festung Königstein kommen, liegt über uns das Bergbaugelände der Wismut. Hier wurde von ca. 1965 bis 1990 Uranerz gefördert. Die Grube war durch moderne Verfahren fast voll automatisiert. Nur die Halden und Gebäude erinnern an diese Zeit. Seit 1998 wird das Bergwerk Stück um Stück geflutet. Die Natur holt sich das Gelände langsam zurück. Von der Festung Königstein am ehemaligen Gasthaus Palmschänke vorbei, steigen wir den Talhang hinab zur Stadt. Vom Rathaus führt links eine steile, enge Gasse durch den ältesten Teil von Königstein. Nachdem wir den Torbogen durchschritten haben, erreichen wir die Biela. Bachabwärts sind es nur einige Minuten bis zur Postmeilensäule. Dem Bach folgt man bis zum Platz vor dem Bahnviadukt. Auf vielen Bogen aus Sandstein quert die Eisenbahn hier hochwassersicher die Einmündung des Bielabaches in die Elbe.

 

Grenzplatte: Durch die Felsenwelt des Bielatals

Der Pfad unter den Wänden führt durch das Kletterparadies. Von der Grenzplatte lockt Böhmen.

 

  • Tourentyp: Wanderung
  • Schwierigkeit: mittel
  • Gehzeit: 2.30 Std.
  • Tage: 1
  • Höhenmeter Aufstieg: 180
  • Höhenmeter Abstieg: 180
  • Strecke: 8.5 km
  • Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar
  • Einkehr unterwegs vorhanden
  • Für Kinder geeignet
  • Ausgangspunkt: Bielatal- Ottomühle; Zufahrt auf der B 172 über Pirna – Kritzschwitz – Rosenthal – Bielatal oder über Königstein. Mit dem Bus Linie 442 von Königstein oder Pirna bis zur Haltestelle Schweizer Mühle. Parkplatz Bielagrund, es sind nur wenige Parkplätze vorhanden.
  • Anforderungen: Einfache Waldwege.
  • Einkehrmöglichkeiten: lmbiss Ottomühle, Dachsensteinbaude, Ostrov.

Das Bielatal, ein wahres Kletterdorado, nimmt uns gleich beim ersten Anblick gefangen. Schon am und besonders gegenüber dem Parkplatz steht eine Felsnadel neben der anderen. Die Säulen, Türme und Türmchen haben einen fast barock-verspielten Charakter.
Vom Parkplatz Bielagrund streben wir der kleinen Ortschaft Bielagrund zu. An der Ottomühle stärkt der Imbiss-Stand den müden Wanderer. Dem Bach folgend, kommen wir zur Rettungswache der Bergwacht. Sie ist an Wochenenden und Feiertagen für alle da, die ihrer bedürfen. Unser Weg führt uns im Tal entlang. Durch die Bäume sind die Klettergipfel vom Weg aus schwer auszumachen. Um mehr zu sehen, können wir einen etwas beschwerlichen Kletterpfad hinter dem letzten Haus nach links unter die Wände gehen. Da gibt es »Adam und Eva«, den »Wachsamen Förster« und viele andere der Phantasie entsprungene Bezeichnungen. Nach 20 Minuten sind wir wieder auf der Straße. An der Dürren Biele, einem kleinen Zufluss, stoßen wir auf die gelbe Markierung. Nach einer halben Stunde erreichen wir die Grenzplatte. Der Ort Ostrov (Eiland) liegt schon in der ČR. Er ist in Böhmen ein weit bekannter Erholungsort mit Freibad, vielen Pensionen und Gaststätten, die vermehrt auch deutsche Besucher anziehen. Darüber, recht nahe, der Tetschner Schneeberg, mit 726 Metern der höchste Berg des Sächsisch-Böhmischen Elbsandsteingebirges.
Der Rückweg führt durch den Wald auf dem rot markierten Wormsbergweg zur Ottomühle. Dem Wald in der Nähe der Grenzplatte sind die Schäden der Vergangenheit – 80 % des Nadelwalds wurden einst durch Abgase aus dem Böhmischen Becken vernichtet – glücklicherweise nicht mehr anzusehen. Kurz vor der Ottomühle liegt rechts die Hütte des SBB/DAV. In der Ottomühle wurde das Getreide der Rosenthaler Bauern gemahlen. Ein kleiner Abstecher zur Benno-Höhle ist zu empfehlen. Sie ist dort zu finden, wo der Glasergrund in das Bielatal mündet.

 

 

Elbleitenweg: Hinauf auf die Elbtalkante

Der Aufstieg führt über den Obrigensteig hinauf zu den Schrammsteinen; nun unter den Wänden entlang zum Rauschenstein.

 

  • Tourentyp: Wanderung
  • Schwierigkeit: mittel
  • Gehzeit: 4.00 Std.
  • Tage: 1
  • Höhenmeter Aufstieg: 590
  • Höhenmeter Abstieg: 584
  • Strecke: 15.6 km
  • Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar
  • Einkehr unterwegs vorhanden
  • Für Kinder geeignet
  • Anforderungen: Normaler Wanderweg mit einigen Steigungen.
    Einkehrmöglichkeiten: Gasthaus Großer Winterberg sowie Gasthäuser in Schmilka.
    Tipp: Siebenbrüderhäuser in Postelwitz, die beiden Kletterfelsen Teufelsturm und Rauschenstein.

 

Ausgangspunkt:

Vom Parkplatz in Bad Schandau halten wir uns der Markierung »gelber Strich« folgend elbaufwärts an die Elbpromenade. In Postelwitz sind einige schöne Umgebindehäuser erhalten. Am Zahnsgrund geht es nach links ab. Einige Meter der Fahrstraße entlang, und nun biegt der Obrigensteig rechts ab. Es ist der kürzeste Aufstieg auf die Elbtalkante.

Unmittelbar auf der Höhe angelangt, bietet sich rechts ein schöner Ausblick zurück ins Elbtal. Der Weg führt genau zur Weggabelung am Schrammtor. Wir halten uns rechts auf dem Elbleitenweg und gelangen um den Vorderen Torstein herum. Durchgehend mit grünem Punkt markiert zieht der Weg unter den Wänden entlang bis zum Teufelsturm, einem Klettergipfel der Extraklasse. Vierkantig und abweisend springt er aus der Wand hervor. Die Aufstiege sind äußerst schwierig.

Ein Stück weiter auf dem Weg in Richtung Schmilka erreichen wir den Rauschenstein, einen ebenfalls freistehenden Kletterfelsen. Er wurde von alters her als Wachposten für das Elbtal genutzt. Ein 30-Minuten-Abstecher zur kleinen Bastei ist möglich. Nach dem Rauschenstein geht es in einer steilen Kehre hinab in den Grund. Der erste Weg kurz vor der Kehre führt links in den Rauschengrund zum Einstieg Starke Stiege. Wenige Meter weiter zweigt wieder links der Falkoniergrund ab (Einstieg Rotkehlchenstiege). Unterhalb geht es wieder links, Gelbstrich-markiert, zum Einstieg Heilige Stiege und Einstieg Rübezahlstiege im Heringsgrund. An der Zwieselhütte treffen wir auf den Wurzelweg, nach 300 m ist links der Einstieg zum Lehnsteig. Der grüne Punkt bringt uns steil auf den Großen Winterberg. Vom gut sanierten Aussichtsturm fehlt nur die Aussicht, schade.

Der Abstieg erfolgt über die Winterbergfahrstraße bis unterhalb der Serpentinen; hier biegt der Grenzweg links ab. Ein schöner Blick auf das Elbtal liegt vor uns. Über dem Steilhang wendet sich der Weg nach rechts in den Ort Schmilka. Bus, Bahn (am anderen Ufer der Elbe) oder Schiff bringen uns zurück nach Bad Schandau.

  •  

Dr.-Alfred-Meiche-Weg: Über uns grüßt der Tanzplan

Vom schönsten Dorf Sachsens führt der Weg in die Kunstblumenstadt Sebnitz. Von den Bergen schaut man nach Sachsen und Böhmen.

  • Tourentyp: Wanderung
  • Schwierigkeit: leicht
  • Gehzeit: 3.00 Std.
  • Tage: 1
  • Höhenmeter Aufstieg: 299
  • Höhenmeter Abstieg: 402
  • Strecke: 12.0 km
  • Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar
  • Einkehr unterwegs vorhanden
  • Für Kinder geeignet

 
Ausgangspunkt:
Hinterhermsdorf; Zufahrt auf der B172 Pirna – Bad Schandau, links ins Kirnitzschtal und weiter bis Hinterhermsdorf, erreichbar auch mit den Buslinien R 241 Pirna – Bad Schandau – Hinterhermsdorf, R 268 Sebnitz – Saupsdorf – Hinterhermsdorf, R 269 Sebnitz – Ottendorf – Hinterhermsdorf. Parkplatz in der Ortsmitte am Haus des Gastes.
Anforderungen: Normaler Wanderweg mit einigen Anstiegen.
Einkehrmöglichkeiten: Wachbergbaude, Gasthäsuer Waldhaus, Gaststätten in Sebnitz.
Tipp: Stadtmuseum und Kunstblumenausstellung in Sebnitz.

Vom Ortszentrum in Hinterhermsdorf wandern wir auf der Alten Nixdorfer Straße (Markierung »blauer Strich« zum Weifberg. Der neue Aussichtsturm auf dem Weifberg bietet einen schönen Rundblick über diesen Grenzzipfel und darüber hinaus. Mikulášovice (Nixdorf) ist ein großer Ort, kurz hinter der Grenze zur ČR. Die alten Namen erinnern immer daran, dass die Landschaft und ihre Menschen, trotz der seit Mitte des 15. Jahrhunderts unveränderten Grenzen, eher das Gemeinsame als das Trennende gespürt haben. Hier knüpfen wir heute wieder an. Die Nixdorfer Straße verbindet heute wieder beide Orte ohne Hindernisse. Sie erschließt den Tanečnice (Tanzplan) und die Gegend von Mikulášovice. Kurz vorher biegen wir auf den Dr.-Alfred-Meiche-Weg ab. Dicht an der Grenze führt der Weg zum Wachberg hinauf. Vom Garten der Wachbergbaude überblickt man das Elbsandsteingebirge vom Lilienstein bis nach Hinterhermsdorf. Und auch einige Böhmische Berge grüßen herüber.
Der Weiterweg (mit blauem Strich markiert) bringt uns am Gasthaus Waldhaus vorbei nach Hertigswalde. Auch am Waldhaus kann man die Grenze passieren. Ansteigend erreichen wir die Grenzbaude über Sebnitz, ein Jugenderholungszentrum. Wenn Sie Spaß daran haben, können Sie rechts ins Tal zum Urzeitpark abbiegen. Dem Dr.-Alfred-Meiche-Weg folgend sind wir in 15 Minuten auf dem Markt in Sebnitz. Vom Busbahnhof auf der Hertigswalder Straße kommt man mit den Linien R 268 und R 269 nach Hinterhermsdorf zurück.

 

Diese Wanderungen stammen aus dem Rother Wanderführer Elbsandsteingebirge.

Sind Sie auf den Geschmack gekommen? Der Rother Wanderführer Elbsandsteingebirge enthält umfangreiche 59 Touren. Von leicht und kurz bis lang und anspruchsvoller – da ist für jeden Geschmack etwas dabei!

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