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Rajchl reist
07/01/2020

Mit Nachtwächterin zu den Hotspots von Steyr

Die Stadt am Zusammenfluss von Enns und Steyr gilt als romantischste Kleinstadt Oberösterreichs. Stadtführerin Ursula verrät die schönsten Plätze.

Text: Claudius Rajchl
 

Nachtwächter in der Stadt Steyr – war das im Mittelalter nicht eine reine Männersache? Die Frage drängt sich zuallererst auf, bevor wir uns von Nachtwächterin Ursula Gruber-Altmann zu den schönsten Hotspots führen lassen. „Keineswegs!“ schmunzelt Ursula, während sie sich mit Hellebarde und Laterne bereit für den Dienst macht. „Frauen mussten immer dann einspringen, wenn ihre Männer krank geworden oder verstorben sind.“ Und: „Nachtwächterinnen waren bei der Obrigkeit beliebter als ihre männlichen Kollegen. Weil sie strenger waren und sich von den Wirten nicht so leicht mit Alkohol bestechen ließen, damit die ihre Sperrstunde inoffiziell verlängern durften.“

Bei einer Führung mit einem der Steyrer Nachtwächter erfahren die Gäste immer ein bisschen mehr als normale Touristen, die der Stadt allein und auf eigene Faust einen Besuch abstatten. Hier sieben Geheimtipps, die uns Nachtwächterin Ursula verraten hat: 

1. Entdeckungstour rund um den Stadtplatz

Ausgangspunkt jedes Steyr-Besuchs sollte der neu gestaltete Stadtplatz mit seinen reich geschmückten Fassaden und den gemütlichen Gastgärten sein. Man sieht der Stadt an, dass sie schon früh zu Reichtum gelangt ist. „Das verdankt die Stadt ihrer Lage am Zusammenfluss von Enns und Steyr“, erklärt Ursula. Hier begann der Aufstieg von der Handwerker- zur Industriestadt, und die Besucher können in die spannende Geschichte eintauchen. Ein besonders prächtiges Haus am Stadtplatz ist das „Bummerlhaus“, eines der ältesten erhaltenen gotischen Bürgerhäuser Österreichs. „Das war das Gasthaus zum Goldenen Löwen“, sagt die Nachtwächterin. „Darum ziert das Haus auch eine Löwen-Skulptur. Die Nachbarn haben den Wirten wegen dieses Löwen ausgespottet. ,Das soll ein Löwe sein?! Das ist bestenfalls ein Bummerl!‘ Also ein kleiner rundlicher Hund.“ Das Steyrer Rathaus wird dagegen als eines der schönsten Rokoko-Rathäuser Österreichs beschrieben.

Am Stadtplatz sollten Sie unbedingt verweilen – zum Beispiel, um bei Buburuza das mehrfach prämierte Eis zu probieren. Oder um sich die wunderschönen Innenhöfe anzusehen. Im barocken Meditzhof können Sie etwa beim Café-Restaurant Rahofer vorzüglich speisen.

Im Sommer findet auf dem Steyrer Stadtplatz jeden Freitag von 18 bis 23 Uhr der Schmankerlmarkt statt – mit kulinarischen Delikatessen und Livemusik.

Link Tipp: https://www.restaurant-rahofer.at/

2. Von „Fensterhennen“ zum zweigeschoßigen Jesuiten-Weinkeller

Auf der anderen Seite des Flusses Steyr tauchen wir mit der Nachtwächterin in so manches pikante Detail der Stadtgeschichte ein. Hier befindet sich das alte Steyrerdorf, das ehemalige Handwerker- und Gewerbeviertel der Stadt. Die Badgasse erinnert auch an das älteste Gewerbe, und in der einstigen Badeanstalt wurde ein Spiel gespielt, das den Rotlicht-Lokalen später ihren Namen gab, weiß die Nachtwächterin: „Eine Art Backgammon wurde Puff genannt – weil die Würfel aufs Brett schlugen und so das charakteristische ,Puff‘-Geräusch ergaben.“ Die leichten Damen wurden in Steyr Fensterhennen genannt, und den Nachtwächtern sind bei diesen Geschichten die Schmunzler ihrer Gäste sicher.

Wer die Badgasse hinauf schlendert, landet schließlich beim Michaelerkeller, dem einstigen Weinkeller des Jesuitenklosters. „Der Weinkeller ist zweigeschoßig – ein Unikat seiner Zeit.“

Im Michaeler Keller kann man bei ausgewählten Führungen – zum Beispiel bei der Nachtwächter Dine Around Tour – einen spannenden historischen Dokumentarfilm sehen, mit selten gezeigten Originalaufnahmen. Sehr spannend!

 

 

3. Rundweg rund um das Schloss Lamberg

„Steyr-Besucher sollten auch unbedingt den Rundweg um unser Schloss spazieren“, empfiehlt Ursula. „Man sieht zum einen wunderschön in den Wehrgraben, bekommt aber auch einen schönen Ausblick auf das Steyrdorf, die Michaeler Kirche, das Bürgerspital und den Zusammenfluss von Enns und Steyr.“  Im Burggraben des Schlosses findet jedes Jahr das Musikfestival Steyr statt – auch heuer, wenngleich mit besonderen Vorkehrungen aufgrund von Corona. Auf dem Programm steht vom 23. Juli bis 8. August „Musical Fever“ – eine Zeitreise durch die Welt der Musicalhits.

4. Auf den Spuren des Industrie-Pioniers von Steyr

Wer sich gerne mit Zeitgeschichte beschäftigt, der sollte das Museum Arbeitswelt besuchen, das sich unter anderem dem Industrie-Pionier Josef Werndl widmet. Das Museum ist in einem ehemaligen Fabriksobjekt untergebracht, hier kann man zum Beispiel auch ein Arbeitergasthaus aus den 1930er Jahren besichtigen.

5. Erlebnisspaziergänge und Themenführungen

Die Nachtwächter sind nicht die einzigen Steyr-Profis, die den Gästen unbekannte Seiten der Stadt zeigen. Es gibt eine Reihe von Themenführungen – von Handwerker-Touren durchs Steyrdorf in historischen Kostümen über kulinarische Stadtführungen bis zu verschiedenen Kunst- und Architekturführungen.

6. Entdeckungstouren mit Segway-Roller und e-Bike

Wer auf umweltverträgliche Art mobil sein mag, kann in und um Steyr zum Beispiel geführte Touren mit dem Segway Roller unternehmen. Oder mit dem e-Bike die Umgebung erkunden. Mit elektrischem Rückenwind ist sogar der recht steil bergauf führende Weg zur Wallfahrtskirche Christkindl zu schaffen.

Im Video von Reisejournalist Claudius Rajchl erfahren Sie, was es mit dem „Schildkröten-Modus“ auf sich hat, und warum die Stadt Steyr das ganze Jahr über mehr Christkindln aufzuweisen hat als so manch anderer Ort nur zur Weihnachtszeit.

7. Baden im Fluss und e-Bike-Tour zum Schlafplatz mit bester Aussicht

Das Besondere an Steyr: Es liegt eingebettet in ein grünes Umland, das zum Wandern, Radfahren oder einfach nur Seele baumeln einlädt. Im Fluss Steyr kann man sogar Baden, verrät Eva Pötzl vom Tourismusverband Steyr.

Wie man mit dem E-Bike zum aussichtsreichsten Schlafplatz Oberösterreichs radeln kann, verrät Reisejournalist Claudius Rajchl auf www.wirreisenwieder.at/steyr

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