© Foto: Gerhard Flatscher

04/20/2021

Gelebtes Brauchtum: Radieschenfest in Hall/Tirol

In Hall in Tirol wird der Frühling traditionell mit einem scharfen Fest eingeläutet.

Während man im Salzkammergut die Ankunft des Frühlings mit dem jährlichen Narzissenfest feiert, geht es etwa 250 Kilometer weiter westlich scharf zu. Denn in der Ferienregion Hall-Wattens in Tirol läutet man die warme Jahreszeit am letzten Samstag im April mit dem traditionellen Radieschenfest und dem Radieschenmarkt ein. Coronabedingt muss beides heuer ausfallen. Warum Sie sich aber schon mal den 30. April 2022 vormerken sollten und Tiroler Radieschen viel öfter in den Einkaufskorb sollten:

Ungewöhnliches Genussfest

Dass man ausgerechnet in Hall das Radieschen feiert, kommt nicht von ungefähr. Denn mit der Ernte des Gemüses beginnt auf den Feldern rund um das Dorf Thaur der Anbau vieler verschiedener Gemüsesorten. Die Region gilt als Gemüsegarten Österreichs. Etwa 60 Prozent aller in Österreich angebauten Radieschen erblicken in der Region Hall-Wattens das Licht der Welt. Tiroler Bergquellwasser und die klimatisch optimale Lage im Inntal liefern die besten Voraussetzungen dafür. Die ungewöhnlichen Frühlingsboten sind je nach Wetter schon ab Ende März erntereif.

Beim jährlichen Radieschenfest dient das Gemüse dann als Zierde auf den Festwägen, deren Umzug von der Blasmusikkapelle begleitet wird. Nachdem die Radieschenprinzessin das Fest eröffnet hat, gibt es musikalische Auftritte, Kulinarik, Vorführungen von Trachtengruppen und ein Kinderprogramm. Außerdem kann sich jeder ein Stück vom längsten Radieschenbrot der Welt ein Stück sichern. Das ist immerhin fast dreißig Meter lang. Dass das Haller Radieschenfest und der Radieschenmarkt 2021 nicht stattfinden, ist zwar traurig, doch das tut der Beliebtheit des Gemüses keinen Abbruch. Die heimische Knolle findet sich in vielen Supermärkten. Und spätestens am 30. April 2022 feiert Hall wieder sein beliebtes Radieschenfest.

 

Radieschen: Rund und gesund

Gründe, weshalb man die rot-rosa Knolle regelmäßig auf dem Speiseplan haben sollte, gibt es viele. So ist das Gemüse sehr kalorienarm, aber randvoll mit gesunden Mikronährstoffen. Vor allem Vitamin C, Vitamin K und Eisen finden sich in beachtlicher Menge. Radieschen sind dadurch ein Boost fürs Immunsystem, wirken positiv auf die Blutgerinnung, den Stoffwechsel und den Knochenstoffwechsel. Sie enthalten außerdem sogenannte Glucoinsolate, die vor einigen Krebsarten schützen und bei Diabetes helfen können. Weil Vitamin K zu den fettlöslichen Vitaminen zählt, sollte man Radieschen immer mit etwas Butter oder hochwertigem Öl essen.

Für Sportler ist das Radieschen interessant, weil es dank Natrium, Calcium, Magnesium und Eisen nach anstrengender körperlicher Aktivität immens zur Regeneration beiträgt. Schon ein paar Radieschen genügen. Wer die Knolle frisch und während ihrer Saison genießt, hat mehr davon. Denn unter freiem Himmel gewachsene Radieschen schmecken schärfer als jene aus dem Gewächshaus. Und je schärfer, desto höher ist die antibiotische Wirkung, die ihnen nachgesagt wird.

  •  Radieschen sind ein Knollengemüse, kein Wurzelgemüse
  • Die Urform des Radieschens kommt aus Japan und China
  • In Europa kennt man es erst seit dem 16. Jahrhundert
  • Radieschen wachsen schnell; von der Saat bis zur Ernte vergehen vier bis sechs Wochen
  • Radieschen wachsen auch in Pflanzkästen auf sonnigen Balkonen gut
  • Radieschenblätter sind sogar noch gesünder - sie enthalten bis zu 6 Mal mehr Vitamin C als die Knolle
  • Wenn man die Radieschen in ein feuchtes Tuch eingeschlagen oder in einer Wasserschale gelegt im Kühlschrank aufbewahrt, bleiben sie länger frisch
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