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07/06/2021

Frischekick im ewigen Eis

Manche mögen’s heiß – andere nicht. Wenn die Sonne wieder alles gibt und selbst der kühlste Bergsee nichts mehr bringt, ist die Abkühlung am Hintertuxer Gletscher garantiert.

von Sandra Rabalder

Ganz am Ende des Tiroler Zillertals verbirgt sich der Hintertuxer Gletscher. Österreichs einziges Gletscherskigebiet, das auch im Sommer für Ski-Begeisterte offen hat, lockt das ganze Jahr über tausende Ski-Fans auf seine Pisten. Allerdings wissen die Wenigsten, welche Attraktion sich rund 30 Meter unterhalb der Schneedecke befindet. Dort – auf über 3.200 Meter - verbirgt sich nämlich ein wahres Juwel: der Natureispalast – eine begehbare Gletscherspalte. Rund 200 Meter vom höchsten Punkt des Gletschers entfernt beginnt die frostige Reise. Vom Aussichtsplateau an der Gefrorenen Wand blickt man nicht nur auf eine traumhafte Bergkulisse, sondern führt auch ein Weg bis vor die Tore des eisigen Palasts. Von dort aus können Besucher und Besucherinnen in eine ganz eigene Welt eintauchen, die nur von der Natur geformt wurde. Schon allein die Eingangshalle begeistert durch ihre fast schon magischen Blautöne. Schreitet man tiefer und tiefer hinein, wird man von Eiskristallen in allen möglichen Formen und Größen überrascht. Das Besondere: Die Kristalle ändern sich laufend. Ausschlaggebend sind hierbei Temperaturunterschiede und die Feuchtigkeitszufuhr. Aber auch wenn einem bei dem Anblick warm ums Herz wird, bleibt es dennoch ziemlich „zapfig“, wie es in Tirol so schön heißt. In der Tiefe ist die Gletscherspalte zwar vor jeder Witterung geschützt, dennoch hat es hier das ganze Jahr konstant null Grad. Warme Kleidung und festes Schuhwerk dürfen also auch im Hochsommer nicht fehlen. Doch von der Kälte sollte sich hier niemand abschrecken lassen. Immerhin gibt es im Natureispalast durchaus ein vielfältiges Angebot. Für leidenschaftliche Motivjäger ist eine Fototour genau das Richtige. Dabei kann man sich mit einem Privatführer abseits des regulären Weges herumtreiben und einzigartige Momente mit der Kamera einfangen. Für Wissbegierige gibt es ein besonderes Zuckerl. Roman Erler (siehe Bild rechts), der Entdecker und Betreiber des Eispalasts, führt Interessierte höchstpersönlich durch seine Wunderwelt und plaudert dabei aus dem Nähkästchen. So erfährt man auch, wie der erfahrene Bergretter, damals bei einer Wanderung 2007, zufällig auf die Gletscherspalte stieß und wie er diese im Laufe der Jahre zum Familienbetrieb und Touristen-Highlight umfunktionierte.

Eine regelrechte Spielwiese ist der Natureispalast für passionierte Sportler und Adrenalinjunkies. Denn tief drinnen findet sich auch ein unterirdischer Gletschersee wieder. Abenteuerlustige – ob klein oder groß – können die Entdeckungsreise im ewigen Eis auf einem Boot oder in einem Kajak fortsetzen. Wer etwas ganz Besonderes erleben will, schwingt sich aber einfach auf ein Stand-up-Paddle-Board und treibt so durch die mystischen Tunnel des Eispalasts. Obwohl das kristallklare Wasser einladend wirkt, scheuen die meisten vor einem Sprung ins eiskalte Nass zurück. Ein paar Abgebrühte finden sich aber dennoch. Der Natureispalast ist nämlich auch eine willkommene Trainingsstätte für Eisschwimmer und Eistaucher. Wer sich also gerne in frostige Fluten stürzt, kann in Hintertux durch die Eishöhlen kraulen. Aber Achtung: Dieser Spaß ist wirklich nur für ausreichend Trainierte erlaubt. Laien sollten davon Abstand nehmen. Aber nicht nur Wasserratten sind gefragt. In den Eishöhlen kann man auch richtig ins Schwitzen kommen. Mutige können sich mitten im Gletscher im Eisklettern üben. Ob in der Höhe, in der Tiefe, ob nass oder trocken – im Natureispalast Hintertux finden Abenteurer, Sportler, Familien und Co. auch im Sommer eine coole Abwechslung.

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