Zirben an der Baumgrenze über dem Nauderer Tschey

© Bundesforste/F. Pritz / Bundesforste/F. Pritz

05/25/2022

Die Zirbe – „Königin der Alpen“

Mit ihren bis zu 1000 Jahren könnte sie uns viele Geschichten darüber erzählen, was sie auf ihrem Thron über den Alpen erlebt. Denn die Zirbe wächst dort, wo es für andere Bäume zu ungemütlich ist.

Die Zirbe (Pinus cembra) wird auch Zierbelkiefer oder Arve genannt und gehört zu den Kieferngewächsen. Sie ist in den Alpen und Karpaten zu Hause und ist auf 1.500 bis 2.680 Höhenmetern zu finden. Sie kann auch unter widrigen Bedingungen wachsen und trotzdem oder vielleicht gerade deshalb bis zu 25 Meter hoch und bis zu 1000 Jahre alt werden. Alten Exemplaren sieht man die Witterungbedingungen häufig an – sie wirken vom Wind zerzaust und von schneereichen Wintern verformt. Man kennt ihnen ihre Widerstandskraft sofort an.

In Zirbenregionen wird der robuste Baum seit jeher geschätzt und sowohl das Holz als auch die Zapfen und Samen werden gerne genutzt. Die letzteren beiden werden gerne für die Verfeinerung von Lebensmitteln verwendet – probieren Sie zum Beispiel einmal leckere Zirbenschokolade aus – und um Zirbenlikör, - schnaps und -sirup herzustellen. 

Zirbenschnaps oder doch -likör?

Der Zirbenschnaps ist nicht nur eine gut schmeckende traditionelle Spirituose aus der Alpenregion – nein, er ist auch als Heilmittel bekannt, denn er wirkt verdauungsfördernd. Der harzige Duft der jungen Zapfen wirkt außerdem anregend und beruhigend.

Wobei Schnaps eigentlich nicht die korrekte Bezeichnung für die rot leuchtende Spirituose ist. Denn er ist ein Ansatzschnaps (die Zapfen werden in Alkohol eingelegt) und es wird Zucker oder Honig zugesetzt. Er wäre also korrekterweise ein süßer Likör – aber wie das halt so ist, wird er trotzdem Zirbenschnaps genannt! Es gibt aber auch gebrannten Zirbenschnaps. Auch für ihn wird zuerst ein Ansatz hergestellt, dieser wird dann destilliert und so entsteht der klare Schnaps. Einen solchen erhalten Sie zum Beispiel hier:

Zutaten

  • 2 unreife, bläuliche Zirbenzapfen die sich durchschneiden lassen
  • 1 Liter Korn, Wodka oder Obstler 
  • 30 g weißer Kandiszucker (bei Bedarf kann nachgesüßt werden)
  • 2 TL Honig (rundet das Aroma ab)
  • 1 großes Weithalsglas
  1. Schneiden Sie die Zirbenzapfen in Scheiben oder Stücke und geben Sie sie in das Weithalsglas.
  2. Übergießen Sie die Zapfen mit dem Alkohol, bedecken Sie das Glas und lassen das Ganze für sechs Wochen ziehen.
  3. Nach 6 Wochen seihen Sie den Schnaps durch ein Tuch ab und geben den Kandiszucker und den Honig dazu.
  4. Wenn sich der Zucker aufgelöst hat, füllen Sie den Zirbenschnaps in einer dunklen Flasche ab.
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Zirbensirup – Zirbengenuss ohne Alkohol

Wenn Sie die Zirbe lieber alkoholfrei genießen möchten, empfehle ich Ihnen Zirbensirup auszuprobieren. Aufgespritzt mit Leitungs- oder Mineralwasser ist er ein erfrischend-belebendes Getränk für heiße Tage. Aber auch bei Erkältungen wird der Sirup gerne als Hausmittel verwendet. Mit seinem harzig-mildem Aroma können Sie Ihn auch zur Veredelung von Süßspeisen verwenden.

Zutaten

  1. 1 Liter Wasser
  2. 3 Zirbenzapfen
  3. 700 g Zucker
  4. 50 g brauner Kandiszucker
  5. Saft von einer Zitrone
  6. Frischer Thymian und Rosmarin nach belieben

Zirbenzapfen in Stücke schneiden. Wasser mit Zucker und Zirbenzapfen für ca. 5 min köcheln lassen. Kräuter und Zitronensaft dazugeben. 24 Stunden zugedeckt auskühlen und ziehen lassen. Dann abseihen und in Flaschen abfüllen.

Zirbenöl

Das hochwertige Zirbenöl ist vor allem wegen des charakteristischen Duftes berühmt und wird sehr gerne in der Aromatherapie verwendet. Zur Herstellung werden die ganzen Zweige verwendet und für 1 Liter Zirbenöl wird ~ 100 kg Rohmaterial benötigt – es ist also wahrlich ein kostbares Öl.

Der Einsatz von Zirbenöl bringt viele Vorteile mit sich, denn es wirkt antibakteriell, steigert die Konzentrationsfähigkeit und die Lebensenergie, es wirkt stimulierend und schenkt Mut. Es hat aber nicht nur Auswirkungen auf die Psyche, sondern auch auf den Körper. So hat die Verwendung von Zirbenöl eine positive Wirkung auf die Atemwege. Es kann die Atmung erleichtern und wirkt schleimlösend – deshalb, und wegen der antibakteriellen Wirkung, wird es gerne bei Erkältungen eingesetzt. Außerdem unterstützt es einen guten Schlaf und kann dazu verhelfen besser zur Ruhe zu kommen. 

Verwenden Sie es zum Inhalieren, als Raumduft (am besten über einen Diffuser), als Badezusatz, als Massageöl und als Insekten- und Mottenschutz. Da das Zirbenöl sehr intensiv ist, sollte es nicht in reiner Form auf die Haut aufgetragen werden. Als Trägeröl können Sie zum Beispiel Mandel-, Oliven- oder Jojobaöl verwenden. Achten Sie beim Kauf von Zirbenöl darauf, dass „100% naturreines ätherisches Zirbenöl“ auf dem Fläschchen steht. Die sehr aufwendige Herstellung hat ihren Preis – kaufen Sie daher keine niedrigpreisig angebotenen Produkte, sie sind meist nicht naturrein oder von schlechter Qualität. Hier erhalten Sie gutes Zirbenöl.