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04/12/2021

Die Dolomiten haben viel zu bieten

Ob Wandern, Biken oder Golfen: in den Dolomiten kann man viel erleben – vor allem Sonnenuntergänge.

von Maria Gurmann

Die Straße schlängelt sich durch das Südtiroler Eggental, ein echtes Kleinod mit Bilderbuchdörfern inmitten der Dolomiten. In Schlangen legen sich auch die Biker – motorisiert oder selbst tretend – sanft in die Kurven. Und machen, wie wir, Halt bei dem Aussichtsplateau am Karersee. An diesem smaragdgrünen bis türkisfarbenen Bergsee (1520 m)kann man nicht einfach vorbei fahren.

Der dichte Wald und der zackige Kalkstein der Dolomiten spiegeln sich im fünf Grad kalten, glasklaren Schmelzwasser. Ein traumhafter Einstieg in eine Dolomiten-Reise, die mit Wandern beginnt und mit ein paar Runden auf den höchstgelegenen Golfplätzen der Alpenregion (siehe Artikel rechts) endet.

Im Eggental, nur 20 Kilometer von Bozen entfernt, ist das dichteste Wanderwegenetz in Südtirol, 530 Kilometer Wege aller Schwierigkeitsgrade führen durch Wälder, über Wiesen bis zu den Gipfeln der Dolomitenberge Rosengarten und Latemar. Wer es extremer mag, findet gesicherte Klettersteige und Mountainbike-Routen.

Sonnenuntergänge

Auf der Terrasse des Hotels Alpenrose im Ort Karersee legen die Biker ihre schweren Lederjacken ab. Die ambitionierten Rennradler, die sich das Giro-d’Italia-Feeling am Fuße des Latemar Bergmassivs gerade in die Wadeln gepumpt haben, entledigen sich ihrer Helme. Wir Wanderer, erschöpft vom fünfstündigen Rundgang um die Rosengartengruppe, sinken müde neben unsere Rucksäcke in die Loungesesseln. Gemeinsam strahlen wir vor Glück. Die untergehende Sonne lässt die Rotwand (2806 m), einen der beliebtesten Kletterberge, wie einen Feuerball leuchten.

Kaum zu glauben, dass dieses Schauspiel noch getoppt werden kann. Aber es kann – bei Schönwetter. Mit der Sonnenuntergangswanderung von Jochgrimm auf das Weißhorn (2313 m). Das Abendlicht beim steilen Aufstieg ist unwirklich: ein gelb leuchtendes Blumenmeer auf den Almwiesen, das satte Grün des duftenden Latschenwaldes und das warme Amberbraun des Kalksteins sieht aus, als wäre alles in einen Farbfilter getaucht.

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Südtirol, Wandern, Rote Wand, Rosengarten, Hütte…

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Bozen, Südtirol…

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Nach einer Stunde erreichen wir das Gipfelkreuz – den Logenplatz für das sagenhafte Alpenglühen. "Von hier hast du den schönsten 360-Grad-Blick auf Rosengarten, Latemar, Zanggen und das Etschtal und hinunter in die Bletterbachschlucht", erklärt Bergführer Erich, der für uns die Südtiroler Brettljause, Prosecco, Wein und Tee in seinem Rucksack mitgeschleppt hat. Die Sonne taucht hinter den Bergen unter, eisblaues Licht kündigt die Nacht an. Es wird kalt. Herzerfrischt setzen wir die Hauben und Stirnlampen auf, bereit für den Abstieg in der stockfinsteren Nacht.

Wie abwechslungsreich ein Urlaub im Eggental sein kann, zeigen uns die nächsten Tagestouren. Bei Sonnenschein wandern wir rund um den Rosengarten, bei der Überquerung des Vajolonpasses (2560 m) erwischt uns auf dem Joch ein Graupelschauer und bitterkalter Wind. Bei der Pederiva-Hütte scheint wieder die Sonne. Der Blick auf den Latemar-Gebirgszug, den wir am nächsten Tag erkunden werden, ist wieder frei. Polenta mit Schwammerln, überbacken mit Käse, und die vielen selbstgebrannten Grappa-Varianten der Wirtin wärmen uns auf.

Latemar

Felsen, Wiesen und Wälder, flache Panoramawanderwege oder steile Aufstiege. Hier wird weder Kindern noch sportlichen Bergsteigern fad. Das 2014 eröffnete Erlebnisreich "Latemarium" sorgt mit sechs verschiedenen Themenwegen für Abwechslung. Schautafeln, Skulpturen und interaktive Stationen zum Angreifen und Ausprobieren machen die schroffe Dolomitenwelt auch für die Jüngsten zum Abenteuer.

Da werden Steine ertastet, das Baumtelefon ausprobiert und Adler und Gämsen mit dem Fernglas beobachtet. Herbert, der ehemalige Tourismuschef und pensionierte Lehrer, der uns begleitet, kennt jeden Berg, jedes Kräuterl und jede Blume. So wortkarg der Südtiroler sonst auch sein mag – wenn es um die Pflanzenbestimmung geht, blüht er auf und zeigt uns Enzian, Schneerosen, Kalk-Polsternelken oder Hungerblümchen.

Süße Hüttentour

Höhenluft macht hungrig. Spaziergänger und Gipfelstürmer bekommen von den Wirten der Latemar-Almen unter dem Motto "Süße Hüttentour" Südtiroler Spezialitäten serviert. Jede der acht Hütten bietet eine andere traditionelle Nachspeise an: von Zwetschken- und Marillenknödel bis Strauben und Kaiserschmarren.

Wer dann noch nicht zu müde und immer noch wissenshungrig ist, kann im Örtchen Aldein die 7000 Jahre alte Moorlärche und die aus dem kostbaren Holz geschnitzten Kunstwerke bewundern. Oder bei Einbruch der Dunkelheit die Sternwarte in Obergummer besuchen und sich mit dem Riesenfernrohr auf eine Reise ins unendliche Weltall begeben.

Anreisemit dem Auto über den Brenner A22, Ausfahrt Bozen Nord, dann Beschilderung folgen.

Wohnen 4*-Sporthotel Alpenrose, Karersee, direkt am Fuße der Rosengartengruppe und des Golfclubs Carezza/Karersee mit einer herrlichen Terrasse. Ab 65 €/ Nacht, p. P. im DZ, inkl. Frühstück, www.sporthotelalpenrose.com
4*-Hotel Peter, beim Golfplatz Petersberg, Pauschalangebot 4 Tage ab 495 € / p. P. im DZ, inkl. 3/4 Verwöhn-Pension, Golfen ohne Limit von Mo.–Di., www.hotel-peter.it

Wandern Latemarium: Auf den abwechslungsreichen sechs verschiedenen Themenwegen erfährt man alles über die Vielfalt des Latemar Gebirgsstocks, der zum UNESCO-Welterbe der Dolomiten gehört – geologische, botanische und landschaftliche Besonderheiten werden anschaulich gemacht.
Sonnenuntergang auf dem Weißhorn, ein Erlebnis auf 2313 Meter mit Bergführer und einer deftigen Brettljause beim Gipfelkreuz, Abstieg mit Stirnlampen.
– Umrundung der südlichen Rosengartengruppe, der Paolina-Sessellift spart den ersten Anstieg und den letzten Abstieg.

Hütten Pederiva-Hütte auf 2283 m beim Rosengarten, köstliche selbst gebrannte Grappa.
– Rund um den Gebirgszug Latemar gibt es die „Süße Hüttentour“, jede der elf Hütten bietet eine andere typische regionale Süßspeise an.

Biken Latemar-Umrundung: Mit der Mountainbike Card kann man um 15 € an einem Tag die Kabinenbahnen Welschnofen und Predazzo und den Sessellift Gardonè für je eine Auffahrt nutzen.

AusflügeSternwarte und Sonnenoberservatorium in Obergummer, www.sternendorf.it
– Moorlärchenmuseum in Aldein, Wissenswertes über die 7000 Jahre alte Lärche, Tel. +39 3395004390,www.moorlaerche.info

Auskunft www.eggental.com

Die schönsten alpinen Golfplätze in den Dolomiten

Von mediterran bis beinahe hochalpin sind Südtirols sieben Charakter-Golfplätze. Zwei von ihnen, nämlich die ältesten und am höchsten gelegenen Clubs, schmiegen sich märchenhaft in die Natur des Eggentals.

Golf Club Carezza

Zur Jahrhundertwende drehte hier auf dem 1600 Meter hohen Karerpass der österreichische und englische Hochadel seine Golfrunden. Aus der 18-Loch-Anlage entstand vor 24 Jahren ein 9-Loch-Kurs, der nicht nur ein herrliches Bergpanorama der Dolomiten – vom Rosengarten bis zum Latemar – bietet, sondern auch Konzentration, Präzision und defensives Spiel den Golfern abverlangt. Die Fairways sind nämlich schmal und verlaufen sehr oft auch schräg. Dort, wo im Winter die Pisten für die Skifahrer präpariert werden, schwingen im Sommer Golfer ihre Schläger.
Wer auf dem "Mountain Beast" genannten Platz 18 Löcher spielt, absolviert ca. 400 Höhenmeter. Beeindruckend in der Abendsonne ist vor allem der Abschlag von Loch 6 in Richtung rotglühendem Latemar.

Info: 9-Loch-Greenfee 40 €, Tages-Greenfee 55 bis 65 € je nach Saison. www.carezzagolf.com, ☎ + 39 0471 612200

Golf Club Petersberg

Am Anfang war ein Bauernhof. Bis sich Hans-Peter Thalers Eltern Anfang der 70er-Jahre für einen radikalen Wechsel entschieden. Erst Gastgewerbe, dann Hotellerie und 1989 der Neun-Loch-Platz. Heute kann man auf dem Hochplateau des Reggelberges in 1250 Meter Seehöhe 18 herrliche Holes auf dem Golfplatz Petersberg spielen. Ein Schauspiel besonders in den Herbstmonaten im bunt gefärbten Hochwald.

Das 17. Loch mit dem traumhaften Ausblick auf die Brentagruppe – ein Par 3, bergab über einen alten Mühlenteich – ist das Signaturehole. Am 5. und schwierigsten Loch, einem Par 4, sollte man den Ball rechts platzieren und mit dem 2. Schlag auf dem erhöhten Grün, das von einer Steinmauer umgeben ist, landen. Viele Doglegs und fast immer Wald links und rechts, sind die Challenge dieses Kurses. Genaues und defensives Spiel ist hier gefragt. Hans-Peter Thaler, Direktor des Clubs, Schiedsrichter und Headgreenkeeper , empfiehlt seinen Gästen nach einer Runde die Spezialität des Clubhauses: Zwetschken- und Marillenknödel.

Info:Greenfee 70 bis 78 € je nach Wochentag,www.golfclub-petersberg.de, ☎ +39 0471 615122

4*-Hotel Peter, beim Golfplatz Petersberg, Pauschalangebot 4 Tage ab 495 € / p. P. im DZ, inkl. 3/4 Verwöhn-Pension, Golfen ohne Limit von Mo.–Di., www.hotel-peter.it

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