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04/07/2021

Gin Tonic: ein Longdrink, der auch in Österreich beliebt ist

Vom Arme-Leute-Alkohol hin zur modernen Craft-Spirituose: Gin hat eine steile Karriere hingelegt.

Der Gin Tonic, in Amerika auch Gin and Tonic oder auch nur G & T genannt, ist ein Longdrink, der aus keiner Bar-Karte mehr wegzudenken ist. Auch in sämtlichen Hausbars dieser Welt finden sich Gin und Tonic Water – schließlich ist der Gin Tonic schnell und unkompliziert gemixt. Spezielle Zutaten, sieht man einmal von einem Zweig Rosmarin, einer Gurkenscheibe oder etwas Zitronenschale ab, sind dafür nicht notwendig. Wahrscheinlich ist das mit ein Grund, weshalb sich das Getränk so rasant verbreitet und nichts an Beliebtheit eingebüßt hat. Im Gegenteil: die Spirituose ist populär wie nie. Gleich drei Feiertage hat man ihm zugedacht. So wird am 9. April der US-amerikanische Gin and Tonic Day gefeiert, am zweiten Samstag im Juni der World Gin Day und am 19. Oktober der internationale Gin and Tonic Day. Aber wer hat Gin erfunden?

Die Geschichte des Gins

Die farblose Spirituose, heute mit einem Alkoholgehalt von mindestens 37,5 Volumenprozent, hat schon einige Jahrhunderte auf dem Buckel. Die ältesten Quellen reichen bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts zurück. Die Geschichte des Gins beginnt mit einem Wacholderschnaps des Arztes Franciscus Sylvius. Der Deutsch-Niederländer benannte seinen Schnaps nach dem französischen Wort für die Hauptzutat Wacholder: Genever. Englische Soldaten brachten den Schnaps vom Holländisch-Spanischen Krieg mit nach Hause. Dort erhielt er den Namen Gin. Seine Herstellung war billig, weshalb der Ginkonsum rasch anstieg. Die Regierung griff 1791 mit dem sogenannten Gin Act ein. Dieser regulierte die Qualität und Herstellung, was letztlich dazu führte, dass der Gin auch in der Oberschicht ankam.

Wie kam das Tonic in den Gin?

Man nimmt an, dass die Ursprünge des Gin Tonic in Indien liegen. Während der britischen Kolonialzeit war es unter Soldaten üblich, chininhaltiges Indian Tonic Water zu trinken. Es wirkt nämlich als Malaria-Prophylaxe. Diese stellt sich aber nur bei regelmäßigem Konsum ein. Den bitteren Geschmack des Tonic Water milderte man unter anderem mit Gin – und schon war der Gin Tonic erfunden. Er trat seinen Siegeszug rund um die Welt an. Jede Destillerie, die auf sich hält, brennt mittlerweile ihren eigenen Gin.

Gin aus Österreich

Gin ist in den letzten Jahren eine beliebte Spirituose in Österreich geworden. Gin Tonic kann man bei jeder Temperatur genießen, aber vorwiegend im Sommer ist es natürlich ein herrliches Erfrischungsgetränk. Auf vielen Veranstaltungen erhält man anstatt des klassischen Sekts einen fruchtigen Gin Tonic als Welcome-Getränk.

Peter Affenzeller

Der oberösterreichische Jungunternehmer Peter Affenzeller (www.peter-affenzeller.at) begann schon mit 18 Jahren damit, Whisky zu brennen. Heute zählen auch Wodka und Gin zur Produktpalette des Mühlviertlers. Seine Erzeugnisse gewinnen regelmäßig angesehene Preise.

Guter Gin muss aber nicht exorbitant teuer sein:

Wichtig sind beim Gin die Botanicals. Diese sind ganz klar in der Nase. Diese florale Wahrnehmung von Frische und Exotik machen einen Gin zu einem wahren Gedicht. Der Preis eines Gins sagt nicht immer etwas über den Herstellungsprozess und die Qualität aus. Es gibt sehr viele unterschiedliche Gins weltweit, auch in jeder Preisklasse. Da ist für jeden etwas dabei. Die Bandbreite ist sehr groß und reicht von elegant bis sehr kräftig und eindrucksvoll. Österreichischer Gin punktet durch seine Weichheit und seinen eleganten Körper, da wir in Österreich eine sehr gute Wasserqualität haben. Das spiegelt sich im Gin wider.

Peter Affenzeller

Affenzellers Pink Swan Sloe Gin ist ein besonders eleganter Vertreter seiner Art. Er ist mit Schlehenbeeren, Himbeeren und Ribiseln verfeinert und sowohl mit Tonic Water oder auch einfach mit Soda ein erfrischendes Sommergetränk.

  • DAS Mischverhältnis gibt es nicht; es kann von 1:1 bis zu 1:3 variieren; erlaubt ist, was schmeckt
  • Dasselbe gilt für die Wahl des Tonics zum Gin: man kann eine Wissenschaft daraus machen, muss man aber nicht. Auch hier gilt: ausprobieren und dem eigenen Geschmack trauen
  • Das Tonic sollte aus kleinen Glasflaschen kommen, nicht aus der großen Plastikflasche. In letzteren verflüchtigt sich die Kohlensäure zu schnell
  • Welche Garnitur – auch Garnish genannt – man verwendet, bleibt ebenfalls dem eigenen Geschmack überlassen. Immer passend: Garnitur und Basisnote des Gins kombinieren. Schmeckt man die Zitrusnote stark heraus, eignet sich also eine Zitronen- oder Orangenzeste gut. Gurken passen nur zu wenigen Gins, vor allem aber dann, wenn sie sehr nach Kräutern schmecken
  • Am längsten frisch schmeckt der Gin Tonic aus einem hohen, schmalen Longdrink Glas
  • Gläser mit breiten Öffnungen, die ein wenig wie ein Goldfischglas am Stiel aussehen, erlauben, dass mehr Aromen in die Nase geraten. Allerdings sollte man dann schneller trinken
  • Blue Gin: trockener, milder und klassischer Gin aus Oberösterreich (www.bluegin.cc)
  • White Swan Gin: harmonisch, kräftig und vielschichtig (www.peter-affenzeller.at)
  • 2015 Gin & Saffron Gin: Interessante Kombi aus Mandarine, Lavendel, Vanille, Enzian und erdigen Noten (www.distillery-krauss.com)
  • 2018 Steinhorn Gin: ausgewogen zwischen Wacholder, Zitrus und Ribisel, mit kräftigem Finish (www.steiner.store)
  • Alpengin: komplexe Noten, feiner Zitrusgeschmack, Lakritze und weißer Pfeffer klingen durch (www.sonnfeld.com)
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